ASP: das neue Album und die Tour

ASP: das neue Album und...

Seit Jahren gelten die Gothic-Novel-Rocker ASP aus Frankfurt am Main als musikalischer Geheimtipp und produzieren unterdessen einen Hit nach dem anderen. Dabei meistern sie mühelos die schwierige Gratwanderung zwischen Anspruch und Eingängigkeit. Mit unwiderstehlichen Ohrwürmern, fesselnden Konzepten und einer Stimme, die als eine der herausragendsten des gesamten Genres gilt, machen sie sich, völlig unbeachtet vom Feuilleton, unermüdlich auf, die Eintönigkeit der deutschen Musiklandschaft zu untergraben.

Dabei erweisen sie sich als geschickte Geschichtenerzähler und spitzzüngige Beobachter, die augenzwinkernd und auf unnachahmliche Weise Spannendes mit Poetischem verweben.

Neben den ausgezeichneten Songtexten und der gelebten Wahrhaftigkeit ist es vor allem die Charisma versprühende Live-Performance der Band, die den Erfolg dieser Ausnahmegruppe erklärt. In diesem Jahr widmen sich die Frankfurter nun der Geschichte von „Krabat“, eben jener sorbischen Sage, die durch den fantastischen Roman von Otfried Preußler zu Weltruhm gelangte.

Statt aber auf diesen Erfolgszug aufzuspringen (Ein Kinofilm zum Roman kommt diesen Herbst in die Kinos.) und sich mit fremden Rabenfedern zu schmücken, schafft es ASP-Mastermind und –Namensgeber Asp Spreng, der Legende einige interessante Aspekte und Deutungen zu entlocken und die eine oder andere überraschend neue Geschichte zu erzählen. Für die zahlreichen Fans des wohl mittlerweile angesagtesten Gothic-Rock-Acts aus deutschen Landen gab es eine Zeit des Bangens um ihre Idole, denn diese hatten sich mit ihrem letztem Werk Requiembryo von der groß angelegten Erzählung Der Schwarze Schmetterling endgültig verabschiedet, und niemand wusste, wie und ob es überhaupt weitergehen würde. Zwar löst die Ankündigung des nun erscheinenden Albums Zaubererbruder ein kollektives Aufatmen unter ASP-Jüngern aus, diese umschifften aber die Frage nach der Zukunft erneut und erklärten „Zaubererbruder“ kurzerhand zum Zwischenalbum vor einem weiteren düsteren Erzählzyklus. Zwischenalbum oder nicht, was die Herren mit diesem Doppelalbum abgeliefert haben, zeigt erneut, was für eine enorme Qualität es in der düsteren Szene zu entdecken gibt, obwohl, oder gerade weil die Jungs sich musikalisch nicht in Schubladen pressen lassen. Auf „Zaubererbrüder“ wechseln metallische Rock-Brecher mit zarten Mittelalter- und Folk-Arrangements, ohne jedoch die weit ausgetretenen Pfade von Bandkollegen aus diesem Sektor zu beschreiten. ASP bleiben immer irgendwie ASP, ob nun in bester Hosen- / In Extremo-Manier gerockt wird (Abschied, Denn ich bin dein Meister) oder bei chansonesken Bänkelliedern (Der geheimnisvolle Fremde). Zaubererbruder ist das perfekte Album für Freunde von spannender deutschsprachiger Rockmusik, und außerdem ist eines klar: Von den wirklich erstklassigen Texten könnte sich so manch “Großer“ eine Scheibe abschneiden!

Die Krabat-Sage neu interpretiert von ASP, das sollte man sich auf jeden Fall anschauen, bevor Preußlers Roman zum Thema im Oktober in die Kinos kommt! Es könnte sein, dass man das alternative Unhappy-End der Frankfurter sogar vorzieht.

Quelle: Gordeon

Medienkonverter.de

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