In der untersten Schreibtischschublade liegen Dinge, die seit Jahren niemand vermisst. Zwischen drei stumpfen Bleistiften und einem rätselhaften Schlüssel fanden wir „Kraftwerk 3-D“. Der Schlüssel bleibt vorerst ungeklärt. Die Besprechung von Kraftwerk trägt das Datum 16.10.2011. Was damals frisch formuliert war, lässt sich heute als Momentaufnahme einer anderen Hörsituation lesen. 1,5 Sterne: Das tat vermutlich dem Album weh, unserem Rezensenten aber offenbar noch ein wenig mehr.
So klang das im Original – unverändert und direkt aus dem Jahr 2011:Kraftwerk haben dieses Jahr das Lenbachhaus in München für ihre 3D Ausstellung gewählt, die im letzten Monat dann auch von drei Konzerten begleitet wurde. Der zugehörige Katalog sollte eigentlich bei Schirmer und Mosel erscheinen, die Herren Roboter einigten sich jedoch nicht mit dem Verlag und veröffentlichten den Bildband nun in Eigenregie.
Gerade der Abstand macht die Sache interessant. Er verwandelt eine schnelle Reaktion von damals in Material für eine ruhige zweite Betrachtung. Wer das Album heute erstmals hört, bringt andere Voraussetzungen mit als die Redaktion in 2011. Genau diese Differenz hält die Diskussion lebendig. Ein Ausschnitt kann nur anstoßen, nicht abschließen. Die vollständige Kritik zeigt, welche Beobachtungen hinter dem damaligen Urteil standen. Originaltext aus 2011 öffnen.