Wenn drei Musiker mit derart gut trainierten Fingern gemeinsam einen neuen Sektor betreten, sollte man besser Helm und Gehörschutz bereithalten: 'Void Sector Zero' haben bei Season Of Mist unterschrieben und wollen noch 2026 ihr Debütalbum veröffentlichen. Hinter dem neuen Projekt stecken Gitarrist Christian Münzner, bekannt durch 'Necrophagist' sowie seine frühere Arbeit bei 'Obscura' und 'Alkaloid', 'Revocation'-Bassist und -Sänger Alex Weber sowie Schlagzeuger Gabe Seeber, der unter anderem für 'Decrepit Birth' und 'Abigail Williams' die Trommelfelle malträtiert.
Kennengelernt beziehungsweise musikalisch nähergefunden hat sich das Trio während der Welttournee zu 'Obscuras' Album 'A Valediction'. Die dort erprobte Chemie wird nun allerdings nicht einfach für eine weitere Ladung Technical Death Metal aufgewärmt. 'Void Sector Zero' reisen einige Jahre zurück und verbinden den Technical Thrash der späten Achtziger mit dem technischen Death Metal der frühen Neunziger. Als Orientierungspunkte nennt Muenzner unter anderem 'Coroner', 'Voivod', 'Toxik', 'Martyr', 'Hexenhaus' und die russischen Geschwindigkeitsakrobaten 'Aspid'. Dazu kommen neoklassischer Metal, US Power Metal, Jazz Fusion und Soli aus jener Ära, in der Gitarristen offenbar noch nach der Zahl der brennenden Griffbretter bezahlt wurden.
Das Debüt trägt nach früheren Angaben Münzners den Titel 'Dead Space Enigma'. Geplant sind acht Stücke mit einer Gesamtlaufzeit von rund 38 Minuten, thematisch angesiedelt zwischen Science-Fiction und kosmischem Horror. Die Aufnahmen waren bereits 2025 abgeschlossen, später meldete Münzner auch den fertigen Mix. Nun sorgt der Vertrag mit Season Of Mist dafür, dass das technisch hochgerüstete Raumschiff tatsächlich eine Startrampe besitzt.
Ein genauer Erscheinungstermin steht meiner Recherche nach noch aus. Dafür kündigt sich bereits die erste Single an, deren kurzer Trailer auf dem YouTube-Kanal von Season Of Mist zu sehen ist. Sollte 'Void Sector Zero' die genannten Einflüsse nicht nur stapeln, sondern zu echten Songs verschweißen, könnte 'Dead Space Enigma' eines der spannendsten Technik-Metal-Debüts des Jahres werden. Denn Fingerakrobatik ist schön – aber noch schöner wird sie, wenn zwischen den Noten auch etwas außerirdisches Leben lauert.