Stephen Jones ist tot: Abschied vom Bildpionier von 'Severed Heads'

Stephen Jones ist tot: Abschied...

Flackernde Formen, verfremdete Bilder und elektronische Experimente: Stephen Jones gab der Musik von 'Severed Heads' eine unverwechselbare visuelle Dimension. Der australische Videokünstler und langjährige Mitstreiter der Band ist gestorben. Das Label Dark Entries Records meldete seinen Tod; auch Bill Leeb und Cevin Key verabschiedeten sich öffentlich.

Seit den frühen Achtzigerjahren arbeitete Jones mit Tom Ellard zusammen und gehörte bis 1992 zu 'Severed Heads'. Er entwickelte eigene analoge Videosynthesizer – Geräte, mit denen sich elektronische Bilder erzeugen und verändern ließen. Damit gestaltete er Videoclips und manipulierte Bilder live zur Musik. Die Visuals wurden zu einem festen Bestandteil der Konzerte und machten die Auftritte zu audiovisuellen Experimenten.

Jones einfach als Musiker zu bezeichnen, würde seine Aufgabe verkürzen. In einem Interview stellte er selbst klar, dass er bei der Band für Video zuständig gewesen sei. Bereits seit 1974 beschäftigte er sich mit Videokunst und zählt zu deren Pionieren in Australien. Seine Arbeit verband technische Erfindungsgabe mit künstlerischer Neugier: Selbst entwickelte Elektronik eröffnete ihm Möglichkeiten, bewegte Bilder auf ungewöhnliche Weise zu gestalten.

Sein Interesse galt auch der Bewahrung dieser Kunst. Jones restaurierte und archivierte frühe Videoarbeiten und veröffentlichte 2011 bei MIT Press das Buch 'Synthetics: Aspects of Art and Technology in Australia, 1956–1975'. Er schuf elektronische Bilder und dokumentierte zugleich ihre Geschichte. Seine Clips, Aufzeichnungen und Texte bleiben – als Zeugnisse eines Künstlers, für den ein Bildschirm ebenso viel Raum zum Experimentieren bot wie ein Synthesizer. Ruhe in Frieden, Stephen – und danke für deinen einzigartigen Blick auf die Musik.

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