Michelle Darkness macht Drogen-Karriere

Michelle Darkness macht Drogen-Karriere

Michael Huber ist nun seit gut 15 Jahren einer der größten deutschen Emotionsdealer – über Jahre hinweg schmuggelte er kiloweise Depressed Subcore in kleine Tracks verpackt aus Stuttgart bis hin in die dunkelsten Ecken dieses Planeten. Hierbei fungierte er als Kurier an der Gitarre & vor allem als Front-Dealer der verschiedensten Bands.

Er ist eine feste Größe im atmosphärischen Metal-Handel & wechselte des öfteren schon die Label-Kartells. Er erlebte alles, was man sich bei solch einem Dealer vorstellen kann: die Etablierung seines Netzwerkes END OF GREEN mit Erste-Klasse-Flügen in die Charts, doomige Riffs, beklemmende Lyrics, expandierende Gigs, sowie die Gier & Sucht seiner zahlreichen Fans. Es ist faszinierend diesem Mann, der seine gesamte Energie in dieses verruchte Business steckt, zuzuhören. Ganz besonders wenn er sich neue Identitäten zulegt & wie er inzwischen als MICHELLE DARKNESS auch immer wieder die Geschmacks-Polizei austrickst...

Spätestens ab dem 26. Oktober stellt sich aber nun die Frage, was von solch einem Dealer auf Solo-Pfaden zu erwarten sein kann & darf.

Im Laufe der Jahre hat sich bei ihm eine Menge an Songs angesammelt, so das diese nur noch schwerlich als Eigenbedarf von END OF GREEN deklariert werden könnten & die Band-Routine Album/Tour/Pause war ihm wohl auch nicht mehr wirklich Kick genug. Warum also nicht mal selbst der Patron sein & für ungestreckte Trips auf dem Markt sorgen... Als Labor für seine BRAND NEW DRUG diente ihm das renommierte Sonic Pump Studio in Helsinki, an den Destillierapparaten werkelte Produzent Nino Laurenne & für die richtigen Flashs sorgte, beim Mastering in den Finnvox Studios, Minerva Pappi. Chris R. Hector an der Gitarre, Pasi Heikkilä an den Keyboards & Mika Tauriainen von ENTWINE verfeinerten als Gäste die Formel. AFM-Records sorgen mit bestem Leumund in der Szene für einen reibungslosen Vertrieb & Nachschub.

Etwas genauer betrachtet strotzt dieses Solo-Debüt vor Ego & wird sich, trotz 2er beinahe größenwahnsinnig zu nennender Cover-Versionen & mehr oder weniger deutlichen Déjà-vu-Momente an musikalische Wegbereiter, nicht als vergleichbares Derivat anderer Präparate des Genres abstempeln lassen. BRAND NEW DRUG entspricht allen Erwartungen an einen Gothic Rock/Metal-Trip der Neuzeit. Für transzendentale Momente sorgen, außer der Tracknummerierung, nicht zuletzt auch der heimliche Hit der ANDY DEATH COMPANY "Darklandcity" & das grandiose "Love Will Tear Us Apart" im Duett mit Hanna Pakarinen. Nach soviel Sex meets Adrenalin würde sich selbst Ian Curtis zufrieden auf die Venen klopfen & eine Spritze aufziehen...

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