Die eigenen Abgründe besucht man selten freiwillig. Meist reicht schon ein Blick auf alte Chatverläufe, um die Expedition vorzeitig abzubrechen. 'Kavrila' wollen trotzdem hinunter – und etwas anderes als Bitterkeit wieder mit nach oben bringen. „Sway“, die dritte Single aus dem kommenden Album „Transcend“, ist der nächste Vorbote dieser Reise durch Verlust, Schmerz und neue Hoffnung. Das Album erscheint am 6. November 2026 über Supreme Chaos Records.

Nach „Exhume“ und „Detention“ folgt damit ein weiterer Einblick in das dritte Album der Band. Ihr selbst gewähltes Etikett Doom Punk bleibt bestehen, soll auf „Transcend“ aber deutlich mehr Spielraum bekommen. Angekündigt sind neue Klangfarben, größere dynamische Kontraste und zusätzliche Einflüsse aus dem Spektrum harter Musik. Die rohe Intensität bildet weiterhin das Fundament – nur bekommt das Gebäude offenbar ein paar zusätzliche Räume, in denen es ordentlich scheppern darf.

Inhaltlich beschäftigen sich 'Kavrila' laut eigener Beschreibung mit Verbundenheit, Verrat, Trauer und Selbstzerstörung. Entscheidend ist dabei die Frage, was nach solchen Erfahrungen übrig bleibt: Wie lässt man wieder Nähe zu, wenn Rückzug längst zur bequemsten Lösung geworden ist? „Transcend“ kreist um Heilung und Wiedergeburt, ohne den Weg dorthin als Spaziergang zu verkaufen. Der eigene Schatten darf mitkommen. Er muss allerdings damit rechnen, angesprochen zu werden.

Die begleitende Bandansage macht entsprechend wenig Werbung für beiläufiges Zuhören. Wer seichte Hits oder Hintergrundmusik sucht, bekommt eine ausgesprochen deutliche Wegbeschreibung zum Ausgang. Willkommen ist dagegen, wer sich auf die Auseinandersetzung mit den eigenen Bruchstellen einlassen möchte. Elf Songs und 42:33 Minuten sind dafür vorgesehen; von „Kinship“ bis „A Friend“ reicht die angekündigte Strecke. Das Video zu „Sway“ liefert den nächsten Zwischenstopp. „Transcend“ kann bereits auf Vinyl, CD und Kassette vorbestellt werden. Alte Chatverläufe vorher besser schließen. Ein Abgrund zur gleichen Zeit reicht.