'Xotox': „Wir hatten doch Träume“ – wenn das Gestern nachhallt

Xotox: Wir hatten doch Träume...

Die Nacht ist längst vorbei, aber ein Satz hängt noch im Raum: „Wir hatten doch Träume“. Was damals nach Zukunft klang, fühlt sich heute vielleicht nur noch wie eine verblasste Erinnerung an. Genau dort setzt die neue Veröffentlichung von 'Xotox' an, die heute, am 2. Oktober 2026, über Infacted Recordings erschienen ist. Zwischen Rhythmus, Noise und sehnsüchtigen Melodien bekommt das Gestern wieder Strom. Andreas Davids greift dabei ein Thema auf, das unter die Haut geht: Im Begleittext werden einst geteilte Sehnsüchte von emotionalem Lärm übertönt, bis nur noch ein blasses Grau bleibt. Dahinter steht die beklemmende Sorge, vielleicht nie wieder glücklich werden zu können. Das Label beschreibt die Musik entsprechend als Verbindung von Emotion, Rhythmus und Noise. Gefühle dürfen hier durchaus vorkommen, müssen sich ihren Platz aber mit der Elektronik teilen. Die Taschentücher liegen vorsichtshalber neben dem Gehörschutz.

Bei 'Xotox' hat diese Verbindung Tradition. Seit 1998 bewegt sich das Projekt zwischen Industrial, Rhythm ’n’ Noise und EBM; „Eisenkiller“ gehört zu seinen bekannten Tanzflächenwaffen. Dass Davids auch die atmosphärische Seite interessiert, war bereits bei „Silent Shout“ ein Thema. 2026 erschienen außerdem „Die geheimen Dokumente“ und das Remix-Album „Dokumentation II: Remix“. Die Beschäftigung mit dem Vergangenen bekommt nun also einen emotionalen Rahmen. Die digitale Veröffentlichung enthält neben dem dreieinhalbminütigen Titelstück auch „Cherophobia“ und das über sieben Minuten lange „Hypnose“, das sich atmosphärisch bereits an der Grenze zum Ambient bewegt. Drei Stücke, insgesamt 14 Minuten und 6 Sekunden und reichlich Raum für Erinnerungen. Das Mastering übernahm Anatoly Grinberg. Alle drei Tracks sind als Stream und Download erhältlich. Für den Start ins Oktoberwochenende steht damit eine Frage im Raum, die länger bleiben dürfte als der letzte Bassschlag: Was ist eigentlich aus unseren Träumen geworden?

'Xotox': „Wir hatten doch Träume“ – wenn das Gestern nachhallt
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