Mit siebzehn bekam Jay Taylor einen Platz am Schlagzeug von 'Tactical Sekt'. Anthony Mather gab ihm damals die erste professionelle Chance. Heute steht dieselbe Zahl in römischen Ziffern über einem Song, in dem Taylor sich fragt, was aus den Vorstellungen von damals geworden ist. „XVII“ ist am 6. November 2026 bei Infacted Recordings erschienen. Für sein britisches Industrial-Electro-Projekt 'j:dead' ist es die zwölfte und letzte Single einer Serie, die im Dezember 2025 mit „Pressure“ begann.
Wer nach einem Jahr voller Singles zum Finale noch einmal auf den großen Knall wartet, bekommt laut Label erst einmal verzerrte Gitarren, ein Schlagzeug im mittleren Tempo und einen vergleichsweise warmen Gesang. Die Gitarren spielen Taylor und Hilger Tintel, die Produktion übernahm Motel-Music. Mit 5:42 Minuten nimmt sich „XVII“ Zeit für einen Gedanken, der sich schlecht im Vorbeigehen abhandeln lässt. Wie viel hat der Mensch, der man geworden ist, noch mit dem zu tun, der man einmal werden wollte?
Schon der Auftakt „Pressure“ hatte zwei Gesichter. Er begann melancholisch und zog später Richtung Club an. Im Oktober folgte mit „Cannibal“ ein Stück, das Selbstveränderung als ziemlich drastischen Vorgang beschrieb. In „XVII“ wechselt die Perspektive. Der Text springt zwischen Erinnerungen, Sehnsucht und der vorsichtigen Zuversicht, irgendwann auch ohne die vermisste Person zurechtzukommen. Das siebzehnjährige Ich bekommt dabei noch einmal das Wort.
Taylor hat später auch noch live für 'Tyske Ludder' getrommelt. Im Medienkonverter-Archiv führt diese Spur zur „Weltenbühne“, auf der die Norddeutschen Kurt Tucholsky vertonten. Bei 'j:dead' liegt der Stoff näher an der eigenen Biografie. Zwölf Singles lang hat Taylor den Blick immer wieder auf sich selbst gerichtet. Zum Schluss lässt er ihn bei dem Jungen hängen, der damals gerade erst einen Platz hinter dem Schlagzeug bekommen hatte.
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- Artikeldatum
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- Elec
- Kategorien
- Electronic / Industrial / NoiseNews
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