VNV Nation - Genesis.0

VNV Nation - Genesis.0

Wenn Fans lange genug auf neues Material warten, wird aus Vorfreude irgendwann ein ziemlich ausgewachsener Heißhunger. Diese Zwei-Track-Promo der neuen VNV-Nation-Single „Genesis“ kommt deshalb gerade recht: Erst kurz vor der eigentlichen Veröffentlichung aufgetaucht, soll sie offenbar noch schnell die hungrigen Mäuler beziehungsweise Ohren der schon lange ausharrenden Anhängerschaft stopfen. Zwei Stücke sind dafür zwar keine üppige Mahlzeit, aber als Appetithäppchen funktioniert das Ganze ausgesprochen gut. Zumindest ist nach dem Hören der Hunger auf das kommende Album eher größer als kleiner.

Klanglich führt „Genesis“ in etwas tanzbarere Gefilde. Die Richtung geht stärker zum melodischen Techno, ohne dass dabei die Melodie zugunsten des bloßen Bewegungsdrangs auf der Strecke bleibt. Genau diese Verbindung macht den Reiz aus: Der Song will in die Beine, hat aber erfreulicherweise auch noch etwas für den Kopf übrig. Wer beim Warten auf die neue Single bereits auf dem Sofa Wurzeln geschlagen hat, bekommt hier einen durchaus überzeugenden Anlass, sich wieder davon zu lösen.

Der C92-Remix, das zweite Stück dieser Promo, schiebt den Tanzflächencharakter noch um einige Stufen weiter nach vorne. Wo die erste Version die Richtung vorgibt, tritt die zweite entsprechend kräftiger aufs Gaspedal. Die beiden Fassungen lassen damit recht deutlich erkennen, wohin die Reise geht: „Genesis“ möchte bewegt werden – und seine Hörer gleich mit.

Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings. Die Vocals gehen im Klanggeschehen etwas unter, was das Mitsingen deutlich erschwert. Wer sofort textsicher einsteigen möchte, dürfte zunächst eher mit engagiertem Nuscheln beschäftigt sein. Schade, denn der Text ist es sicher abermals wert, auswendig gelernt zu werden. Hier muss man sich die Worte eben etwas hartnäckiger erarbeiten. Die Begeisterung für den Song schmälert das zwar, kippt sie aber keineswegs.

Als Vorbote zum Album ist diese knappe Kost wahrlich ein ziemlich verheißungsvolles Teil. „Genesis“ macht Lust auf mehr und lässt die ohnehin schon hohen Erwartungen weiter wachsen. Ob das Album sie tatsächlich erfüllt, muss sich natürlich erst noch zeigen. Für den Moment darf die Vorfreude aber ruhig das letzte Wort haben: Single almost perfect, Album mostly perfect, future perfect.

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