Nicht jedes Erbstück gehört in die Vitrine. Manche Hinterlassenschaften würde man lieber ausschlagen – wenn das bei verletztem Vertrauen und alten Familienwunden nur so einfach wäre. 'Somnent' widmen sich auf „Heirloom“ genau diesem bitteren Gepäck. Das dritte Studioalbum des Melodic-Doom/Death-Projekts aus Orlando erscheint am 30. Oktober 2026 über Ardua Music und beschäftigt sich mit dem, was eine toxische Familie hinterlassen kann. Hinter 'Somnent' steht der Multiinstrumentalist Giovanni Antonio Vigliotti, der das Projekt 2015 gründete. Nach „Sojourn“ und „Gardens From Graves“ folgt nun ein besonders persönliches Werk: Vier Jahre, von 2022 bis 2026, habe die Entstehung gedauert, erklärt Vigliotti. Die acht Stücke handeln von schmerzhaften Erfahrungen aus Kindheit und Erwachsenenleben. Trauer meint dabei auch den Verlust von Beziehungen zu lebenden Menschen und von Teilen der eigenen Persönlichkeit. Ebenso geht es um die Möglichkeit, belastende Bindungen zu lösen und wieder nach vorn zu schauen.

Musikalisch kündigt das Label eine Verbindung aus schweren, getragenen Gitarren, melancholischen Melodien und akustischen Elementen an. Wer bei 'Officium Triste', 'Novembers Doom' oder 'Marche Funèbre' gern die Vorhänge zuzieht, dürfte hier einen Anknüpfungspunkt finden. Floridas Sonnenschein muss derweil offenbar draußen warten. Für zusätzliche Facetten sorgen mehrere Gäste: Natalia Drepina von 'Mourneress' steuert Text und Gesang zum Opener „A Voice Of Inner Child“ bei, Dust Of Reason ist auf „King Of Ruin“ zu hören. Auch Jari Lindholm und Julian Lefler wirken mit. Das Artwork stammt von Augusto Peixoto alias Iron Doom Design.

Einen ersten Zugang bietet das bereits auf Bandcamp hörbare „Where Silence Dwells“. „Heirloom“ lässt sich digital sowie als Digipak-CD vorbestellen; die erste CD-Auflage umfasst 300 Exemplare. Eine schwere Erbschaft also – diesmal immerhin freiwillig im Plattenregal.