Das Wohnzimmer ist offenbar noch nicht vollständig mit 'Rammstein'-Merch ausgestattet. Irgendwo zwischen Plattenregal und Steckdose war tatsächlich noch Platz für einen eigenen Plattenspieler. Gemeinsam mit clearaudio eröffnet die Band die „Artist Series“. Die weiße Ausführung kostet im offiziellen Shop 1.900 Euro, der Versand soll am 9. November 2026 beginnen. Da möchte man die Nadel vorsichtshalber auch beim Blick aufs Konto langsam absenken.

Technisch kommt hier durchaus Substanz auf den Tisch: Concept-Plattenteller und -Antrieb treffen auf den bereits aus clearaudios Sortiment bekannten T1-Tonarm. Für die Edition wurde laut Produktbeschreibung ein eigenes Chassis mit versteiftem MDF-Kern und Metalllack-Veredelung entwickelt. Bekannte Komponenten bekommen also ein eigens gestaltetes Zuhause. Die industrielle Bühnenästhetik zieht gleich mit ein; dank dimmbarer LED-Beleuchtung lässt sich nun auch die Plattensammlung angemessen dramatisch ausleuchten. Beim speziell gebrandeten MM-Tonabnehmer wird die Beschreibung allerdings unschärfer: Er basiere auf Technik der N1-/N2-Klasse. Welche konkrete Ausführung samt Nadel verbaut ist, geht daraus nicht eindeutig hervor. Auch „präzisere Klangabbildung“ und „maximale Resonanzkontrolle“ sind zunächst Versprechen der Produktbeschreibung. Ein unabhängiger Hör- und Messtest dieser Edition liegt uns nicht vor. Die Lichtshow lässt sich bewundern, einen klanglichen Vorsprung muss das Gerät erst noch nachweisen.

Geliefert wird der Dreher in einer im Bayerischen Wald gefertigten Holzkiste, die anschließend Schallplatten aufnehmen kann. Die Verpackung hat damit immerhin schon einen nachweisbaren Zweitjob. Acrylhaube und Filzmatten werden ergänzend angeboten – auch der Staubschutz bekommt seinen eigenen Auftritt im Warenkorb. Weltweit sind 1.000 nummerierte Exemplare pro Farbe vorgesehen; der Shop wirbt mit den ersten 50. Für Fans entsteht damit ein Sammlerstück mit ernstzunehmender Hi-Fi-Basis. Wie viel vom Preis auf Technik, Sondergehäuse und den Namen entfällt, lässt sich nicht aufschlüsseln. Der Eindruck einer Merch-Maschine, die inzwischen auch das Sideboard erschließt, drängt sich trotzdem auf. Immerhin läuft hier schon konstruktionsbedingt vieles rund.