Der in London lebende französische Produzent Franz Kirmann, auch bekannt als die elektronische Hälfte des Post-Klassik/ Electronica Duos "Piano Interrupted" hat im Juli bei Denovali Records sein zweites Album Meridians veröffentlicht. Wesentlich beeinflusst von Filmen, hat Franz Kirmann eine Schwäche für Wall-of-Sounds und fragile Melodien, die für ihn klanglich äquivalent zu Slow-Motion Sequenzen, Kamerafahrten oder weiten Landschaften im Cinemascope sind.

Während sein Debutalbum Random Access Memories aus dem Jahr 2011 sich mehr als Kompilation verstand und zwischen 2005 und 2011 entstandene Songs versammelt, mutet Meridians wesentlich konsistenter an. Für die Tracks des neuen Albums griff er mehrheitlich auf eine Technik zurück, die zugleich das Gerüst der Platte stellte: Nach dem Prinzip der Montage wählte Franz Kirmann kleine Audio-Snippets und Samples nach der Stärke ihres emotionalen Gehalt aus (von Popfragmenten bis zu Orchester- Extrakten), um sie jenseits ihres Wiedererkennungswertes zu transformieren.

So kreierte er neue Tracks, die sich von der Dominanz des gefundenen Materials lösen und sich durch seine eigene musikalische Handschrift auszeichnen. Die Musik wurde komponiert, indem sich den manipulierten Samples weitere Ebenen hinzugefügten, die an Drumcomputer und Vintage-Synthesizern entstanden. Körnige Soundscapes verleihen den Tracks den nötigen Kitt. Der daraus resultierende Sound lässt sich am ehesten als ein Schmelztiegel aus 80er Synthesizer Soundtracks und postmodernen, elektronischen Alben beschreiben. Ein Wink auf die siebte Kunst, den Film, verraten nicht nur Sound und Atmosphäre des Albums, sondern lassen sich auch in den Titelbezeichnungen finden. In jedem Track schwingt eine Geschichte oder zumindest ein markanter Moment mit, vage genug, um dem Hörer die letzten Lücken schließen zu lassen.

Quelle: Denovali