Fast eine Stunde Musik, ein philosophischer Überbau und ein Albumtitel, der gleich die ganz großen Fragen aufruft: Der mexikanische Elektronikproduzent 'Dimitri Berzerk' hat am 24. September sein zweites Studioalbum „Así en la Tierra como en el Cielo“ veröffentlicht. Auf elf Stücken führt er von Synthpop-nahen Melodien bis in industriell geprägte Gefilde – und nennt seinen Ansatz „Esoteric Body Music“. Der Tanzboden bekommt hier also nicht nur Bass, sondern auch eine kleine Reise ins Innenleben verpasst.
Das Album ist als Konzeptwerk angelegt und wird von einem begleitenden Buch ergänzt. Die Illustrationen von Amanda Lunares sollen dabei mehr sein als hübsche Dekoration: Sie funktionieren laut Berzerks Beschreibung als Symbole auf einer Reise durch Emotionen, Wahrnehmung und die dunkleren, manchmal verschütteten Winkel des eigenen Selbst. Der Titel bedeutet sinngemäß „Wie auf Erden, so im Himmel“ – eine passende Klammer für ein Werk, das Spiritualität und elektronische Körpermusik zusammenführt.
Auch die Gästeliste spannt einen weiten Bogen durch die Szene: Pascal Languirand von Trans-X ist auf „Statera“ zu hören, Pedro Gopar von Prismatic Shapes auf „Surgere“. Dazu kommen unter anderem Norms Dom, Montse Magia, Hari Sama von Noble Savage und Juan Carlos Ávila von Bulbo Project. Einige Songs – darunter „Coniunctio“, „Statera“ und „Surgere“ – waren bereits vorab als Singles erschienen; nun fügen sie sich in den größeren Albumzusammenhang ein.
Auf Medienkonverter.de erschien 2023 bereits ein Review zu Berzerks Debüt „Nineteen Eighty-Four“. Damals fiel die stilistische Vielfalt auf, zugleich fehlte dem Album stellenweise ein verbindender roter Faden. Beim neuen Werk liefert das Konzept nun genau diesen Rahmen: Die einzelnen Stationen wirken wie Kapitel eines größeren inneren Weges – vom Aufbruch über Konfrontation und Auflösung bis zur erneuten Suche nach Balance. Ob Himmel oder Erde dabei die bessere Tanzfläche abgeben, darf jede Hörerin und jeder Hörer selbst entscheiden.