Im November wird es ja bekanntlich früh dunkel. Damage Control halten das offenbar für ausbaufähig und liefern mit „Blackout“ gleich die passende musikalische Verdunkelungsmaßnahme dazu. Die neue EP mit 'Left Spine Down' ist heute, am 6. November 2026, bei Metropolis Records erschienen. Drei Stücke umfasst die Zusammenarbeit – überschaubarer Umfang, ausgesprochen finstere Absichten. Die Duftkerze „Winterzauber“ darf vorsichtshalber im Schrank bleiben.

Hinter 'Damage Control' steht das in Australien beheimatete Kerntrio Bill Barsby, Richard Thacker und Alex Wise; Barsby und Thacker stammen ursprünglich aus Großbritannien. Für „Blackout“ führt die Verbindung nach Vancouver: Dort gründeten Sänger und Gitarrist Kaine Delay sowie Gitarrist Matt Girvan 2001 'Left Spine Down'. Barsby schätzt deren Musik schon lange und hebt an der gemeinsamen EP besonders die unterschiedlichen Stimmungen hervor. „Saboteur“ und der Titeltrack seien Kandidaten für den Clubeinsatz, während „Unperson“ die schwermütigere Seite bediene. Zwei Einladungen auf die Tanzfläche und dazwischen ein längerer Blick in den seelischen Sicherungskasten, gewissermaßen.

Textlich möchte Delay ausdrücklich keine Hymnen liefern. Seine Beschreibung zielt auf eine Übertragung aus dem Inneren des Blackouts, bestimmt für Menschen, die darin noch wach sind. Wer sich auf unangenehme Weise wiedererkennt, liegt demnach genau richtig. Wohlfühl-Electro mit aufmunterndem Wandtattoo dürfte hier also kaum zur Debatte stehen. „Blackout“ setzt außerdem die diesjährige Kooperationsserie von 'Damage Control' fort: Auf „Master Of Silence“ mit 'Leæther Strip', über die wir bereits im Juni berichtet haben, folgte „Red Lines“ mit dem kanadischen Duo 'Ohmelectronic'. Für Produktion und Mix der neuen EP zeichnet Chris Peterson verantwortlich, das Mastering übernahm Greg Reely. Die internationale Kontaktpflege funktioniert also weiterhin bestens. Nur bei der Beleuchtung scheint es gewisse Differenzen zu geben.