Was man an sich selbst am liebsten unter den Teppich kehrt, hat dort offenbar eine erstaunlich lange Haltbarkeit. 'Feyleux' haben den Teppich im Winter 2025/26 angehoben und ein Album daraus gemacht. „Shadeweaver“ ist am 6. November 2026 bei Swiss Dark Nights erschienen. Auf seinem zweiten Album verbindet das Duo aus North Carolina Darkwave und Gothic Rock mit Dreampop und Melodien, die ihre Verwandtschaft zum New Wave der Achtziger offen zeigen.
Die Idee dahinter ist der Schatten im Sinne von C. G. Jung. Gemeint sind die eigenen Seiten, die man lieber ausblendet. Das kann Wut sein, aber auch der Mut, jemandem endlich die Meinung zu sagen. 'Feyleux' machen daraus ziemlich konkrete Situationen. Der vorab veröffentlichte Opener „Remote Control“ handelt von Kontrolle in einer Beziehung. In „Detachment“ hat die Erzählerin die Diskussion bereits beendet und zieht einen Schlussstrich. Die Fernbedienung liegt noch da, aber die Batterien sind raus.
Mit „Grave Moss“ kommt Trauer ins Spiel. Das Bild vom Moos auf einem Grabstein führt zu der Frage, ob die vermisste Person schon ganz außer Reichweite ist. Und wenn in „Strawberry Moon“ am Ende zwei Menschen heimlich zum Tanzen verschwinden, hat die Dunkelheit plötzlich einen Vorteil. Unter dem Erdbeermond schaut es sich offenbar besser nach jemandem um als unter der Deckenbeleuchtung.
Laurie Ruroden singt und spielt Synthesizer, Erica Mauve Gilstrap steuert Gitarre, Bass, Synthesizer und Programmierung bei. Valerio Rivieccio hat das Album produziert, gemischt und gemastert. Nach dem Debüt „Midnight Hearts“ von 2024 gibt es digital neun Stücke. Wer lieber etwas fürs Regal hat, bekommt beim Label ein auf 500 Exemplare limitiertes CD-Digipak mit einer kürzeren Version von „Remote Control“ als Zugabe. So viel Kontrolle muss sein.