Im digitalen Fundbüro stapeln sich vergessene Passwörter, tote Links und einzelne Reviews. Einer davon winkte heute auffällig mit dem Titel „The Smell Of Rain“. Ignorieren wäre unhöflich gewesen. Zwischen Veröffentlichung und Wiederlesen liegen 25 Jahre. Genug Zeit für neue Hörgewohnheiten, aber kein Grund, die damaligen Worte heimlich umzuschreiben. 4 Sterne zeigen, dass „The Smell Of Rain“ seinerzeit einiges richtig machte. Nur für den musikalischen Olymp fehlten offenbar noch ein paar Stufen und möglicherweise ein gültiger Passierschein.
Der damalige Text fasste einen Teil des Höreindrucks so zusammen:Was erwartet man von jemanden, der einst in den Bergen Norwegens gelebt hat und dem nachgesagt wird, er wäre schon einmal gestorben und wieder zurück gekehrt? Wie beurteilt man die Musik von einem Künstler, von dem behauptet wurde, er würde Kinder essen und sei ein skandinavischer Troll?
Vielleicht bestätigt die erneute Begegnung jedes damalige Wort. Ebenso gut kann sie zeigen, wie beweglich musikalischer Geschmack tatsächlich ist. Gerade der Abstand macht die Sache interessant. Er verwandelt eine schnelle Reaktion von damals in Material für eine ruhige zweite Betrachtung. Wer wissen möchte, wie dieses Urteil zustande kam, findet im ursprünglichen Review die vollständige Beweisaufnahme. Die digitale Tür ins Jahr 2001 steht offen – auf eigene nostalgische Gefahr. Hier geht die Vergangenheit weiter.