“Wer sind wir?” „Warum existieren wir?“ „Was macht uns zu Menschen?“ – das sind Fragen, die sich die Menschheit seit Anbeginn der Zeit stellt. Die US-Amerikaner Aesthetic Perfection lassen diese Fragen gleich zu Beginn ihres Debüt-Albums, „Close to Human“, von einer weiblichen Roboterstimme in einem quasi luftleeren Raum in unsere Gehirnwindungen fräsen.
Wer jetzt allerdings ein verkopftes musikalisches Traktat befürchtet, wird schnell eines Besseren belehrt, wirft sich die Gruppe doch sogleich voll ins Zeug und knallt uns eine elektronische Wuchtbrumme um die Ohren, die sich hinter VAC oder Mentallo and the Fixer zu ihren besten Zeiten wahrhaftig nicht zu verstecken braucht. Die Beats krachen wie eine Musik gewordene Kriegsmaschinerie, während der verzerrte Gesang mit voller Härte und Aggression aus den Boxen peitscht. Mit durchaus eingängigen Elementen schaffen Aesthetic Perfection jedoch immer Inseln in diesem musikalischen Inferno, an denen sich das Gehör festbeißen kann, und die dafür sorgen, dass man, bei aller Härte, ihre Songs einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
„Close to Human“ ist prädestiniert, auf den Club-Tanzflächen für Feuer zu sorgen, und wird mit Sicherheit bald die Favoriten-Listen der gängigen Electro-Szenetempeln anführen.
Die Amerikaner beschränken sich darüber hinaus nicht auf ein musikalisches Muster, sondern lassen auch ambiente Elemente, die sich mehr an der experimentellen Minimal-Electronica-Szene orientieren, mit einfließen, und die nächste akustische Breitseite um so brachialer wirken lassen. „Close to Human“ ist somit eine intelligente Electro-Breitseite, die auf einem Album mit mehr potentiellen Floor-Fillern aufwarten kann, als manch andere Gruppen in ihrem gesamten Backkatalog, und die trotzdem nie den Fehler begeht, in Monotonie und musikalischer Stagnation zu ersticken, sondern sich stattdessen immer offen für neue Ideen und Elemente hält. Erhältlich ab 28. Februar 2005.