Drei Jahrzehnte ‘Massive Ego’ fühlen sich nicht nach Staub im Archiv an, sondern nach offenen Wunden, Narben und erstaunlich viel Überlebenswillen. Statt das Jubiläum mit einer Best-of-Schleife zu feiern, drehen die Londoner den Regler nach rechts und legen mit „Symphony Of Flies“ ein Album vor, das am 8. Mai 2026 erscheint – kompromisslos, persönlich und auch auf Vinyl. Kein Rückblick, sondern ein gezielter Stich nach vorn.
Schon das Artwork macht klar, dass hier niemand nett sein will. Die titelgebende Fliege wirkt weniger wie ein Insekt und mehr wie ein albtraumhaftes Totem: rot-schwarz, aggressiv aufgeladen, halb organisch, halb Bedrohung. Ein Motiv, das perfekt zum Album passt, denn „Symphony Of Flies“ ist kein Wohlfühl-Release, sondern eine visuelle und musikalische Kampfansage. Schönheit gibt es hier nur mit Widerhaken. Inhaltlich verdichten ‘Massive Ego’ über zehn Tracks persönliche Brüche, Rückschläge und den zähen Prozess des Wiederaufstehens zu einem ihrer bislang dunkelsten Werke. Musikalisch pendelt das Album höchstwahrscheinlich irgenwi zwischen EBM, Electronic, Glam-Bombast und konfrontativem Pop – mal klar clubtauglich, mal bewusst nach innen gekehrt. Das wirkt erstaunlich geschlossen und nie wie ein nostalgisches Abhaken alter Stärken.
Singles wie „In Your Own Darkness“, „Hit The Kerb Running“, „(My) Death Song“ oder „Man Become Monster“ zeigen eine Band, die ihre Handschrift kennt und trotzdem weiter zuspitzt. Besonderes Gewicht bekommt „Broken Tomorrow“, eine Zusammenarbeit mit Boy George. Das Feature fühlt sich nicht nach Star-Gastspiel an, sondern nach inhaltlicher Allianz: Durchhalten, Neuerfinden, Weitermachen – Themen, die beide Karrieren glaubwürdig tragen. „Symphony Of Flies“ ist damit kein Jubiläums-Geschenkpapier, sondern ein Statement mit Krallen. Nach 30 Jahren klingt das eher nach Aufbruch als nach Rückschau – zumindest lässt die Ankündigung genau das erwarten
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