Manche Produzenten sorgen dafür, dass eine Aufnahme ordentlich klingt. William Orbit sorgte dafür, dass plötzlich die Schwerkraft aussetzte. Der britische Musiker, Komponist und Produzent ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Wie seine Familie am 7. August 2026 mitteilte, starb er bereits am 23. Juli zu Hause. Eine Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Mein erster bewusster Kontakt mit Orbit war „Barber’s Adagio For Strings“ im „Ferry Corsten Remix (Radio Edit)“. Klassische Melancholie traf darin auf Trance-Euphorie – Musik zum gleichzeitigen Tanzen, Schweben und melancholischen Aus-dem-Fenster-Schauen. Der Titel blieb, auch wenn mir damals der Mann dahinter noch kaum etwas sagte. William Orbit wurde 1956 als William Mark Wainwright in London geboren. Nach ‘Torch Song’ und ‘Bassomatic’ machte er sich mit der „Strange Cargo“-Reihe und „Pieces In A Modern Style“ einen Namen. Weltberühmt wurde er durch ‘Madonnas’ Album „Ray Of Light“, dessen Verbindung aus Pop, Ambient, Trip-Hop und Techno bis heute nachwirkt.
Orbit produzierte außerdem „13“ von ‘Blur’, arbeitete mit ‘All Saints’, ‘U2’, ‘Pink’ und ‘Beth Orton’ und hinterließ auch in der dunkleren Clubkultur Spuren. Für ‘Depeche Mode’ schuf er den „Random Carpet Mix“ von „Walking In My Shoes“, zudem remixte er ‘Nitzer Ebb’ und ‘Kraftwerk’. Sein zuletzt veröffentlichtes Soloalbum „The Painter“ erschien 2022. William Orbit hinterlässt Musik, die die Welt für einige Minuten etwas schwereloser machte – und manchmal genügt ein einziges „Adagio“, damit man sich Jahrzehnte später noch daran erinnert.
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