Juan Atkins ließ Maschinen nach Aufbruch klingen. In seinen Stücken steckte die Vorstellung, dass sich mit Synthesizern und Drumcomputern eine eigene Zukunft entwerfen lässt. Nun ist der Detroiter DJ und Produzent im Alter von 64 Jahren gestorben. Seine Agentur Greensmith Artists bestätigte die Nachricht am 1. November 2026. Eine Todesursache wurde bislang nicht offiziell bekannt gegeben.

Anfang der Achtziger gründete Atkins mit Richard Davis 'Cybotron'. Gemeinsam verbanden sie die elektronische Präzision von 'Kraftwerk' mit Funk und futuristischen Klangideen. „Clear“ von 1983 machte diese Verbindung besonders eindrucksvoll hörbar: ein federnder Bass, scharf gesetzte Rhythmen und eine Kühle, die erstaunlich viel Bewegung auslöst. Als 'Model 500' veröffentlichte Atkins 1985 „No UFO’s“ und gründete im selben Jahr sein Label Metroplex. Er schuf damit prägende Musik und eine Plattform, auf der sich der Detroiter Sound weiterentwickeln konnte. www.detroithistorical.org

Zusammen mit seinen Schulfreunden Derrick May und Kevin Saunderson wurde er als Teil der „Belleville Three“ zu einem der entscheidenden Wegbereiter des Detroit Techno. Atkins zeigte, wie viel Fantasie, Funk und Gefühl in elektronischen Rhythmen stecken können. Generationen von Produzenten und DJs bauten darauf auf. Auch seine spätere Zusammenarbeit mit Moritz von Oswald als 'Borderland' führte diesen Entdeckergeist weiter – eine Verbindung, die wir bei Medienkonverter bereits im Zusammenhang mit von Oswalds „Silencio“ aufgegriffen haben.

Zum Abschied lohnt es sich, „Clear“ oder „No UFO’s“ aufzulegen und genauer hinzuhören. Darin ist noch immer dieser Drang zu spüren, etwas Eigenes zu schaffen. Juan Atkins hat vielen Menschen gezeigt, wie das klingen kann. Dafür bleibt große Dankbarkeit. Ruhe in Frieden, Juan Atkins. Unser aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm nahestanden.