Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie dieses Projekt bei Prophecy gelandet ist und so richtig richtig fühlt es sich nicht an, aber nach einer EP folgt nun mit “BooCheeMish” das erste Album dieses anscheinend legendären Chors beim neuen Label und damit auch das erste neue Material nach 20 Jahren Veröffentlichungsabstinenz. Da mir Chormusik ansich, folklorische Melodieführung aus diesen Breitengraden per se und die EP nach mehreren Durchläufen so furchtbar wenig geben konnten und können ging ich doch sehr skeptisch an dieses Werk. Auch der Name Lisa Gerrard konnte mich nicht positiver stimmen, denn zwar ist der Name der Dead Can Dance Mitbegründerin eine Bastion, doch für mich immer nur im Zusammenspiel mit der fantastischen Instrumentierung der Kultband ein Highlight. Hier aber lauschen wir Lisa Gerrard, dem Chor und einer sehr dezenten Instrumentierung (vor allem Percussions). Na gut, was muss, das muss – die Durchläufe begannen…

…und es dauerte doch einige, bis sich eine Meinung bei mir einstellte. Bis dahin war es eben folkloristische Chormusik, die ich gut im Hintergrund laufen lassen konnte, ohne das sie mich bewegte. Doch dann, vielleicht nach dem 5ten oder 6ten Durchlauf freute ich mich auf bestimmte Parts, fing an, ganz bewusst hinzuhören und mein sonstiges Treiben zu pausieren und kann nun wirklich sagen, dass ich “BeeCheeMish” gerne höre. Und oft. “Pora Sotunda” mit dem gekonnten Spannungsaufbau und einigen Stellen mit hohem Wiedererkennungswert, das ausgelassene “Rano Ranila”, “Yove, das super auf den Conan Soundtrack gepasst hätte, das fast schon surreal wirkende “Tropanitsa” oder das melancholische “Ganka” – es finden sich viele schöne Stücke auf dem Album, einige, die in Ordnung gehen, aber auch Tiefpunkte: “Mani Yanni”, das langatmige Streicherstück “Sluntse” und der der zu dramatische Abschluss "Stanka" sind hier deutlich zu nennen.

Man sollte sich schon darauf einstellen, dass man hier Weltmusik hört. Wem Dead Can Dance nur in der ganz frühen und rockigen Form wirklich gefiel, während vor allem die mittleren und teilweise späteren Alben zu sehr nach Folklore klangen, der sollte The Mystery Of The Bulgarian Voices meiden wie die Katze Wasser. Alle anderen sollten den ein oder anderen Durchlauf wagen, um zu sehen, wie sich die Titel mit der Zeit entwickeln.