Stück für Stück ins Dunkel: ‚Bragolin‘ releast „I Don’t Like What It Does To Me“ episodisch

Stück für Stück ins Dunkel...

Zwischen kaltem Neonlicht, flackernden Erinnerungen an alte Horrorfilme und diesem merkwürdigen Gefühl in der Magengegend meldet sich ‚Bragolin‘ zurück. Das neue Album „I Don’t Like What It Does To Me“ klingt wie eine innere Unruhe, die man eigentlich loswerden will – nur um festzustellen, dass sie musikalisch verdammt gut funktioniert. Während draußen die Welt zuverlässig Stoff für Endzeitfantasien liefert, gießt das niederländische Post-Punk- und Dark-Wave-Projekt dieses diffuse Unbehagen in Songs, die sich langsam, aber gnadenlos festsetzen.

Hinter ‚Bragolin‘ steckt Edwin van der Velde, der seit Jahren beweist, wie zeitlos düstere Musik klingen kann, wenn man sich nicht an ein einzelnes Jahrzehnt klammert. Baritongitarren im Geiste der 80er schleifen sich durch kalte Drumcomputer, Synthesizer und Orgeln erinnern an 60er- und 70er-Jahre-Horrorstreifen, während immer wieder shoegazige Gitarrenflächen aus den 90ern durch den Nebel schneiden. Das Ergebnis ist kein nostalgisches Zitatenspiel, sondern ein Sound, der vertraut wirkt und gleichzeitig unangenehm nah kommt.

Inhaltlich bewegt sich „I Don’t Like What It Does To Me“ konsequent im Spannungsfeld aus postapokalyptischen Bildern, innerem Kontrollverlust und cineastischer Finsternis. Der bereits bekannte Song „I Run and Hide“ bringt diese Stimmung früh auf den Punkt: Fluchtreflexe, unterschwellige Paranoia und das nagende Gefühl, sich selbst nicht mehr ganz zu trauen. Statt auf große Refrains setzt ‚Bragolin‘ auf Atmosphäre, Wiederholung und schleichende Eskalation – Musik, die eher unter die Haut kriecht, als frontal anzugreifen.

Auch beim Release-Konzept bleibt man dieser Idee treu. Seit dem 2. Januar 2026 erscheint über den Winter hinweg alle zwei Wochen ein neuer Song, bevor das Album am 17. April 2026 vollständig vorliegt. Parallel dazu wird „I Don’t Like What It Does To Me“ in mehreren physischen Formaten veröffentlicht, die Sammlerinnen und Puristinnen gleichermaßen abholen. Neben einer limitierten Erstauflage auf schwarzem Vinyl erscheint zudem eine transparente grüne Vinyl-Edition mit schwarzen Schlieren, die optisch perfekt zum düsteren Charakter des Albums passt. Beide Vinylversionen werden inklusive digitalem Album ausgeliefert und bieten unbegrenztes Streaming sowie hochwertige Downloads in MP3, FLAC und weiteren Formaten.

Wer es klassischer mag, greift zur CD-Version, die ebenfalls als First Pressing erscheint und das komplette digitale Album enthält. Alle Varianten sollen voraussichtlich ab dem 15. April 2026 versandt werden – pünktlich, um sich kurz vor dem offiziellen Albumrelease noch einmal bewusst in dieses musikalische Unbehagen fallen zu lassen. „I Don’t Like What It Does To Me“ ist damit kein Album für den schnellen Konsum, sondern ein langsamer Prozess. Eine Nebenwirkung, die sich über Monate entfaltet – unangenehm, faszinierend und genau deshalb so schwer abzuschütteln.

Stück für Stück ins Dunkel: ‚Bragolin‘ releast „I Don’t Like What It Does To Me“ episodisch
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