Als ich 2023 Slagmaur das erste Mal begegnete, empfand ich den Bühnenlook als gelungen, die Musik aber als reinen Black Metal Durchschnitt. Seit 1997 machen die Norweger nun schon old-schoolige Musik, zunächst unter dem Banner Norske Synder, seit 20 Jahren aber eben als Slagmaur und sie agierten immer eher im Hintergrund, selbst in dieser Randszene. Nach meinem Live-Kontakt schrieb ich es den nicht ausreichenden musikalischen Qualitäten zu und entsprechend verhalten war meine Vorfreude, als ich mich "Hulders Ritual" näherte. Schon wieder solide Kost, zu der ich irgendwie etwas schreiben soll, aber in der Musik nicht wirklich Inspiration finden kann. Jedoch, und das ist doch erfreulich, das vorliegende Werk macht mir Spaß.
Wo fangen wir also an? Nun, zunächst: Slagmaur haben 2026 so rein gar nichts Neues zu bieten. Entsprechend tut man sich als Schreiberling leicht, zuzuordnen und in diesem Fall muss ich das Werk eines politisch absolut nicht vertretbaren, aber eben an vielen Stellen wegweisenden Herrn Vikernes benennen, denn der Sound auf 'Hulders Ritual' kommt dem auf 'Filosofem' (bis auf die Vocals) sehr nahe. Musikalisch steckt aber viel mehr räudiger Wumms dahinter, der Opener und damit gleichzeitig das Highlight "Ritual Dogs" drückt schön aufs Gaspedal und Freunde klassischem Black Metals bekommen rohen Sound, fisselige Gitarren, ein monotones Rhythmuskorsett und angenehmes Kreischen und Rufen zu hören. Alles passt gut zusammen, die Keys sind weit in den Hintergrund gemischt und damit eher unterstützend als tragend – ich bin voll abgeholt. Keine Überraschungen, aber ganz viel von dem, was ich gerne mag. Die folgenden drei Songs pendeln auf ähnlichem Nivau ein, sind mal etwas atmosphärischer, mal etwas rumpeliger, mal stampfender, aber immer sehr stimmungsvoll. "Warlok" ist solide, aber der schwächste Titel, bevor "Rathkings" das Album rasend-wütend abschließt. Bei diesem Ritual fliegen die Fetzen.
Ich kann mich eher kurz fassen: Slagmaur machen nichts neu, nur vieles sehr, sehr gut. Ich bin ein Freund ihrer Optik, halte das Artwork für wundervoll und passend und erfreue mich an sehr klassischem, düster-rituellem Black Metal, der viele Klischees bedient und dabei aufzeigen kann, warum viele diesen Sound in den 90ern mochten. Mit "Hulders Ritual" werden Slagmaur sicherlich nicht große Erfolge feiern, denn sie wiederholen ja eigentlich nur Gutes. Aber manchmal tut es gut, richtig gut gemachte und hingebungsvolle Musik aus der zweiten Reihe zu hören.
Slagmaur – Hulders Ritual
prophecy productions / 27.02.2026
1. Ritual Dogs
2. Wildkatze
3. Huldergeist
4. Hexen Herjer
5. Warlok
6. Rathkings