Roh, kalt, klaustrophobisch: 'Puppe Magnetik' veröffentlichen „Schatten Der Unterwelt“

Roh, kalt, klaustrophobisch 'Puppe Magnetik'...

Der Januar zeigt sich von seiner gnadenlosen Seite! Graue Tage, kalte Nächte, dieses unterschwellige Gefühl, dass selbst der Kaffee morgens ein bisschen resigniert schmeckt. Und genau in diese Stimmung fällt am 19. Januar 2026 - also heute - die Veröffentlichung von "Schatten Der Unterwelt" – ein Album, das klingt, als hätte es monatelang im Erdreich gelegen, bevor es ans Tageslicht durfte. 'Puppe Magnetik' liefern hier keinen Soundtrack für gute Vorsätze, sondern für das bewusste Abtauchen.

Schatten Der Unterwelt ist dann auch weniger Album als Zustand. Primitiver, depressiver Black Metal, der sich langsam entfaltet und dabei jede Form von Komfort verweigert. Die Gitarren kratzen und sägen, als wären sie eher Werkzeug als Instrumente, das Schlagzeug pocht mit grabesruhiger Konsequenz, und die Produktion entscheidet sich klar gegen Transparenz und für Verfall. Hier wird nichts poliert, hier wird konserviert – Staub, Rost und Schwere inklusive Schon der Einstieg mit Feldskrivna Evangelier zieht den Hörer in ein klaustrophobisches Ritual, das sich mit Sanningen Under Salomos Sigill weiter verdichtet. Aschenthron der Stille und Kuleiden Altar wirken wie Stationen eines langsamen Abstiegs, bei dem jede Bewegung Kraft kostet. Spätestens Im Schatten des Heiligen Ritts und Entweihung aus Asche machen klar, dass es kein Entkommen gibt, nur ein Weitergehen. Meretrices steht wie ein kaltes Monument im Raum, während Wenn Zwei Herzen im Dunkel Brennen eine Form von Romantik andeutet, die eher nach Grabbeigabe klingt. Der Abschluss mit Versus TenebrarumElderFuthark wirkt schließlich wie ein Siegel, das dieses Ritual endgültig schließt.

Besonders wirkungsvoll sind die seltenen melodischen Momente, die nicht trösten, sondern schmerzen. Sie tauchen kurz auf, wie entfernte Glockenschläge aus der Tiefe, und verstärken genau dadurch die erdrückende Atmosphäre. Schatten Der Unterwelt fordert Geduld, Hingabe und eine gewisse Leidensbereitschaft. Wer sich darauf einlässt, bekommt keinen schnellen Kick, sondern ein intensives, durchgehend düsteres Erlebnis. Ein Album für lange Nächte, ausgeschaltete Lichter – und für alle, die Black Metal lieber als Abstieg denn als Ausbruch begreifen.

Roh, kalt, klaustrophobisch: 'Puppe Magnetik' veröffentlichen „Schatten Der Unterwelt“
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