Wenn eine Band beschließt, einen eigenen Song noch einmal anzufassen, ist Skepsis erlaubt. Doch ‘UADA’ gehen bei „The Purging Fire“ nicht auf Nummer sicher, sondern riskieren bewusst Kontrollverlust. Das Ergebnis ist eine spontane, beinahe tranceartige Neuinterpretation, die den Blick weg von der Bühne und hinein in uralte Bilder, Klänge und Instinkte lenkt – passend zum ersten Neumond des Jahres und mitten im Wolfsmond-Zyklus. Mit dieser neuen Fassung öffnen Uada ein weiteres Fenster in ihren eigenen Kosmos. Der Song stammt ursprünglich vom zweiten Album Cult of a Dying Sun, wirkt hier jedoch wie neu geboren. Zwar war das strukturelle Grundgerüst bereits vorhanden, doch die eigentliche Umsetzung entstand als improvisierte Session – ohne festes Ziel, ohne Sicherheitsnetz, dafür mit umso mehr Gefühl. Erwartungen an Gesang und musikalische Ausrichtung gab es durchaus, sie lösten sich jedoch im Moment der Aufnahme vollständig auf. Übrig blieb ein „come what may“, das man dieser Version in jeder Sekunde anhört.
Besonders deutlich treten diesmal die Folk-Einflüsse hervor, die die Band seit jeher begleiten, heute aber stärker denn je ihr Schaffen prägen. „The Purging Fire“ verwandelt sich so von einem wuchtigen Black-Metal-Stück in eine fast zeremonielle Torch Song-Variante mit orchestraler Tiefe. Streicher und weite Klangflächen ziehen wie Nebelschwaden durch imaginäre Wälder, während die Stimme weniger anklagt als beschwört. Das wirkt intim, erdig und überraschend verletzlich, ohne die dunkle Grundstimmung aufzugeben.
Auch wenn diese Aufnahme bereits vor zweieinhalb Jahren entstanden ist, passt sie erschreckend gut in die Gegenwart. Vielleicht gerade deshalb, weil sie sich bewusst von ihr abwendet. ‘UADA’ selbst gehen nicht davon aus, dass jeder Hörerin diese Notwendigkeit der Neuinterpretation sofort versteht. Doch genau darin liegt ihr Reiz: „The Purging Fire“ will kein Konsens sein, sondern ein inneres Aufflackern auslösen – eine Einladung, alte Wege zu suchen, Vergangenes neu zu spüren und sich für einen Moment von der Gegenwart abzukoppeln. Ein still lodernes Feuer, das lange nachglüht.
‘UADA’ setzen auf Atmosphäre: „The Purging Fire“ neu entfacht
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