'Sirens' ist draußen — und kommt ziemlich genau zur richtigen Zeit. Während 2026 gefühlt an jeder Ecke irgendein Alarm losgeht, liefern die beiden 'Ripperton' und 'Joy Frempong' keinen weiteren Beitrag zum allgemeinen Dauerjaulen, sondern ein elektronisches Gegenmittel: ruhig, tief, hypnotisch und angenehm frei von Panikgestik. Ein Release, das nicht mit Blaulicht durchs Wohnzimmer rast, sondern sich langsam in den Raum schiebt und dort erst einmal das Nervensystem entkalkt. Der Schweizer DJ und Produzent 'Ripperton' hat sich dafür mit der in Berlin lebenden Sängerin, Komponistin und Klanggeschichtenerzählerin 'Joy Frempong' zusammengetan, bekannt unter anderem durch 'Oy'. Die Wurzeln dieser Zusammenarbeit reichen bis etwa 2010 zurück, als 'Ripperton' Musik von 'Oy' im Schweizer Radio hörte, 'Joy Frempong' später live sah und offenbar nicht mehr ganz derselbe Mensch aus dem Club herauskam. Aus einer Remix-Idee, einem künstlerischen Versprechen und sehr viel Geduld ist nun, viele Jahre später, 'Sirens' entstanden.
Im Zentrum steht dabei ein Stück, das gleich in vier Fassungen erscheint: Original Mix, Clouds Mix, Melodydreamer Edit und Instrumental. Ausgangspunkt waren nächtliche Modular-Jams von 'Ripperton', analoge Texturen und pulsierende Sequenzen. 'Joy Frempong' veredelt diese hypnotische Grundlage mit ihrer warmen, entrückten Stimme und macht aus 'Sirens' ein tief menschliches Stück Electronica zwischen innerer Einkehr und kollektiver Krisenbeleuchtung. Musikalisch bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen Electronica, Ambient House, Leftfield und Downbeat, ohne sich brav in eine Schublade falten zu lassen. Besonders schön: 'Sirens' verwechselt Tiefe nicht mit Trägheit. Das Stück brodelt, schwebt, atmet und zieht einen langsam in seinen Sog, als hätte jemand den Club kurz vor Sonnenaufgang in Watte gepackt und trotzdem den Bass nicht ganz ausgeschaltet.
Die ersten Reaktionen aus der Szene fallen entsprechend begeistert aus: Acid Pauli findet es „really special“, Laurent Garnier sagt „lovelyyyyy“, Tim Sweeney schlicht „Love it“. Besonders treffend ist aber Vladimir Ivkovics Einschätzung von der „Abwesenheit von Hysterie“. Genau darum geht es hier: 'Sirens' klingt wie ein Alarm, der nicht erschrecken will, sondern wach macht.
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