Acht Jahre Funkstille – das ist in der Musikwelt eine halbe Ewigkeit. In dieser Zeit hätte man locker vier Comeback-Touren, ein Reunion-Drama und mindestens einen peinlichen EDM-Remix überstehen können. Doch 'Porcelain Dancer', das Solo-Projekt von Synthesizer-Guru und Analog-Maschinenbauer Yiannis D, hat sich für einen anderen Weg entschieden: Statt sich in nostalgische Selbstbeweihräucherung zu stürzen, hat er sich lieber in sein Labor aus blinkenden Dioden und klappernden Oszillatoren zurückgezogen. Herausgekommen ist 'A Documentary About Nightmares' – ein Album, das klingt, als würde Robert Smith in einem Kerzenladen weinen, während Ian Curtis im Nebenraum lostanzt.
Yiannis hat lange als Bassist und Synthesist in diversen Bands gewirkt, war von Klangforschung besessen und durch seinen Job als Ingenieur ständig von Musiker*innen umgeben. Irgendwann wurde der Drang, wieder eigene Musik zu machen, so überwältigend, dass er sich kurzerhand einschloss und innerhalb weniger Wochen einen Soundtrack zur Schlafparalyse zusammenjamte. Der Mix aus Goth, Post-Punk und dunklen Elektronik-Experimenten ist dabei mehr als nur ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit – hier schwingen Therapie, Selbstfindung und eine ordentliche Portion Herzblut mit.
Am 21. Februar 2025 ist es soweit: Die Albträume werden Realität. Mit Songs wie He Burns, Broken Doll oder I’ll Kiss You In The Darkness könnte der Titel des Albums nicht passender sein. Wer also auf düstere Hymnen für kalte Nächte steht, die irgendwo zwischen Melancholie und Maschinenöl schweben, sollte sich diesen Release vormerken. Und weil wir wissen, dass niemand gerne die Katze im Sack kauft (außer vielleicht Edward Gorey), gibt es mit Pison Clouds bereits eine erste Single samt Video. Also, Kerzen an, Nebelmaschine starten und abtauchen – willkommen in der Welt von Porcelain Dancer!
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