Ein sicherer Hafen wäre schön. Blöd nur, wenn beim Anlegen schon die ersten Bretter vom Steg fallen. Um ähnlich zweifelhafte Geborgenheit kreist „Sanctum“, die neue Single von 'Pinhead'. Ilja John Lappin widmet sich darin dem Wunsch, irgendwo Halt zu finden – und der schmerzhaften Ahnung, dass man sich womöglich an etwas klammert, das längst verschwindet.
Pinhead
Der Song ist seit dem 16. Oktober 2026 erhältlich und wird von einem Musikvideo begleitet. Innerhalb des kommenden Albums „Beauty In Pain“ zählt „Sanctum“ laut Ankündigung zu den ruhigsten und intimsten Momenten. Das zwischen Industrial, modernem Metal und Elektronik angesiedelte Projekt zeigt damit seine verletzliche Seite: Nach der existenziellen Schwere des Titelsongs geht es um einen kurzen Rückzug, um Nähe und das Versprechen, für einen Augenblick sicher zu sein.
Allerdings hat diese Zuflucht ihre Tücken. Trost und Abhängigkeit liegen dicht beieinander, während der Wunsch nach Nähe auf das Gefühl trifft, dass das Vertraute bereits zerfällt. Lappin beschreibt „Sanctum“ als emotionalen Schutzraum innerhalb des Albums. Einen Ort, an dem man sich festhalten möchte, obwohl man weiß, dass er nicht für die Ewigkeit gebaut ist. Die Sorgen bleiben also kurz draußen, haben aber offenbar einen Zweitschlüssel.
„Beauty In Pain“ erscheint am 13. November 2026 über NoCut auf CD und Vinyl. Die zwölf Stücke folgen den „12 Steps of Pain“, einem Konzept über Ernüchterung, Selbsterkenntnis und zerbrechende Illusionen. Musikalisch treffen harte Gitarren und elektronische Elemente dabei auch auf zerbrechliche, teils akustische Passagen.
Am Veröffentlichungstag beginnt außerdem die Deutschlandtour in Stuttgart. Anschließend stehen Wuppertal, Berlin, Hamburg, München, Leipzig, Hannover und Köln auf dem Plan, bevor die Tour am 5. Dezember in Frankfurt endet. Wer den emotionalen Schutzraum lieber mit anderen teilt, bekommt dazu also bald Gelegenheit.