Phantom/Ghost sind - auch wenn der Bandname es vermuten lässt - nun wirklich keine Unbekannten. Sänger Dirk von Lotzow kennen wir von Tocotronic und Tausendsassa Thies Mynther bedient u.a. bei Stella und Superpunk die Keyboards und Sampler-Tasten. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum wirbelten Phantom/Ghost bereits vor zwei Jahren einigen Staub auf.
Das Intro attestierte den beiden damals, dass es sich um "erwachsene elektronische Popmusik" handelt. So simpel, so wahr. Und doch ist es natürlich wieder anders. "Nothing Is Written" zum Beispiel, mit seinen Reminiszenzen an Softrock der 70er und melanchonische Abende in zweitklassigen Hotelbars, strahlt unter der scheinbar profanen Oberfläche die geballte Wärme eines ganzen Osterfeuers aus. Mit "St. Lawrence" ist Phantom/Ghost eines der ergreifendsten Liebeslieder der Saison gelungen, und "Sticky Paws" hat das Zeug zum Hit in den Clubs dieser Welt...
Behutsam und vorsichtig tastend gehen Phantom/Ghost vor, musikalische Schnellschüsse sind ihre Sache nicht.
"To Damaskus" ist keine Platte zum schnellen Durchskippen geworden, man sollte schon etwas Zeit mitbringen und die Fernbedienung zur Seite legen. Die viel beschworene Liebe zur Musik: Hier wird sie in jeder Note spürbar.
"To Damascus" erscheint am 16. Oktober.