Während andernorts wegen Halloween noch hektisch die Plastikspinnen vom letzten Jahr entknotet werden, kümmern sich 'Abu Nein' lieber um die unsichtbaren Fäden. „Ghost Puppeteer“ heißt die neue Single der Formation aus Malmö, die am 30. Oktober 2026 über Icons Creating Evil Art erscheint. Einen Tag vor Halloween geht es dabei also dann um einen Spuk der auch ohne Nebelmaschine funktioniert: Fremdbestimmung, Abhängigkeiten und den Moment, in dem man beschließt, die eigene Regie wieder zu übernehmen.

Musikalisch kündigt sich dazu eine Mischung aus treibender Elektronik, Synthpop-Hooks und dunklem Tanzflächensog an. Erica Li Lundqvists Stimme soll Verletzlichkeit und Entschlossenheit zusammenbringen, während im Refrain eine an Baile Funk angelehnte Gesangsfigur dazwischenfunkt. Ein reizvoller Ansatz: Die inneren Gespenster dürfen mit in den Club, müssen ihre Kontrollbedürfnisse aber bitte an der Garderobe abgeben. Bei aller Bewegung bleibt die Dunkelheit jedenfalls fest im Konzept verankert.

Hinter dem Stück steckt zugleich ein größerer Neustart. Nach tiefgreifenden Veränderungen ist Lundqvist als einzige Songwriterin und zentrale kreative Kraft der Band geblieben. Gemeinsam mit Tobias Bernstrup hat sie die Single produziert und das nächste Kapitel gestaltet. Das zugehörige Album „Is Anyone Awake?“ erscheint am 5. Februar 2027 und beschäftigt sich mit Identität, Selbstkonfrontation und den Schatten, die man auch bei bester Beleuchtung mit sich herumschleppt. „Ghost Puppeteer“ eröffnet eine Reihe von drei vorab geplanten Singles.

Für Medienkonverter-Leser*innen ist die schwedische Dunkelkammer bereits vertrautes Terrain: Schon das Debüt „Secular Psalms“ wurde bei uns rezensiert. Seither haben 'Abu Nein' ihre Geschichte unter anderem mit „III: Dark Faith“ fortgeschrieben, das einen Manifest Award als bestes schwedisches Synth-Album erhielt. Jetzt richtet sich der Blick nach vorn: Fäden kappen, Haltung finden, weitertanzen. Der Puppenspieler kann sich schon mal eine andere Beschäftigung suchen.