Politik, der irre Trump im Dauerfeuer-Modus und andere permanente Alarmmeldungen beanspruchen inzwischen mehr Aufmerksamkeit als jede Festivalbühne – und genau in dieses nervöse Grundrauschen schlagen ‘Fotocrime’. Mit „Security“ fängt die Band aus Louisville das Gefühl einer Welt ein, in der Kontrolle allgegenwärtig ist, Sicherheit aber trotzdem nirgends wirklich greifbar scheint. Roh, direkt und mit spürbar mehr Gitarren-Zorn als zuletzt liefern sie den passenden Soundtrack zur kollektiven Anspannung unserer Zeit.
Am 13. März 2026 erscheint mit „Security“ das neue Album von ‘Fotocrime’ und schon nach wenigen Sekunden wird klar: Hier wird nicht taktiert, hier wird angegriffen. Zehn Songs, etwas über dreißig Minuten Spielzeit, kein Platz für dekorative Umwege oder atmosphärische Schonräume. Der Sound ist spürbar aggressiver, kantiger und gitarrenlastiger als auf früheren Veröffentlichungen, ohne die düstere Handschrift der Band zu verlieren. Wo zuvor Synths oft das Bild prägten, stehen diesmal Gitarre, Bass und Drum-Machine im Zentrum – reduziert, druckvoll und erstaunlich unmittelbar.
Diese neue Konsequenz wirkt weniger wie ein Stilwechsel, sondern eher wie eine Rückbesinnung auf die musikalische DNA von Frontmann Ryan Michael Patterson. Der kreative Kopf hinter ‘Fotocrime’ hat schließlich eine lange Geschichte in Hardcore-, Punk- und Noise-Kontexten, und genau diese Wurzeln schimmern auf „Security“ deutlich durch. Unterstützt wird Patterson auf dem Album von den neuen Bandmitgliedern Benjamin Clark an der Gitarre und David Cundiff am Bass, was dem Sound zusätzliche Schärfe und Dynamik verleiht.
Inhaltlich kreist „Security“ um Machtspiele auf globaler Ebene, mentale Ausnahmezustände und den Versuch, in einer zunehmend kaputten Welt halbwegs integer zu bleiben. Die Referenzen an Bands wie Killing Joke sind bewusst gesetzt, jedoch ohne ins Verschwörungstheoretische abzudriften. Vielmehr versteht sich das Album auch als Verneigung vor kürzlich verstorbenen Szene-Größen wie Geordie Walker, Steve Albini oder Rick Froberg, deren Einfluss hier offen und hörbar zelebriert wird.
Produziert wurde das Album mit Unterstützung von J. Robbins, dazu gesellen sich Gastauftritte von Jay Weinberg, Barney Greenway, Aaron Turner und Brian Cook – Namen, die nicht nur auf dem Papier Gewicht haben. „Security“ erscheint auf Auxiliary Records / Shirt Killer als Vinyl, während Artoffact Records die CD- und Digitalversion veröffentlicht. Vorbestellungen laufen bereits, der Versand ist für Mitte März angesetzt. Kurz gesagt: Wer musikalische Sicherheitszonen schon immer für überschätzt hielt, dürfte hier bestens aufgehoben sein.
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Paranoia, Gitarren, Druck: 'Fotocrime' melden sich mit „Security“ zurück
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