Wenn Popkultur plötzlich lauter spricht als Pressekonferenzen, ist meistens etwas im Argen. Genau das passiert dieser Tage, als Björk in eine Debatte eingreift, die sonst von Thinktanks, Militärstrategen und geopolitischen PowerPoint-Folien dominiert wird. Anlass sind erneut aufgekochte Gedankenspiele von Donald Trump, der Grönland abermals als eine Art strategisches Schnäppchen betrachtet. Für Björk ist das kein politischer Lapsus, sondern ein historischer Alarm.
Mit der ihr eigenen Mischung aus poetischer Schärfe und kompromissloser Klarheit warnt sie davor, dass ein Wechsel „von einem grausamen Kolonisator zum nächsten“ nicht Fortschritt, sondern Wiederholung wäre. Grönland, offiziell ein selbstverwaltetes Territorium unter dänischer Krone, solle sich nicht zwischen alten Abhängigkeiten und neuen Machtfantasien aufreiben lassen. Björks Appell ist ebenso simpel wie radikal: Unabhängigkeit erklären – und zwar jetzt.
Dabei bleibt sie nicht bei moralischen Schlagworten stehen, sondern verweist auf Islands eigene Geschichte. 1944 löste sich ihre Heimat von Dänemark, mitten im globalen Chaos des Zweiten Weltkriegs, und schuf damit ein starkes Beispiel dafür, dass Selbstbestimmung auch unter widrigen Umständen möglich ist. Diese Erfahrung legt Björk wie eine Schablone über die heutige Situation Grönlands, ohne dabei die dunklen Kapitel dänischer Politik gegenüber der indigenen Bevölkerung auszublenden.
Die grönländische Regierung hat Trumps Ideen längst als unrealistische Fantasie zurückgewiesen. Doch Björks Wortmeldung verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Ebene. Hier geht es nicht nur um strategische Interessen, Rohstoffe oder Militärbasen, sondern um Identität, Geschichte und das Recht, nicht erneut zum Spielball größerer Mächte zu werden. Wenn Björk spricht, klingt das nicht nach Diplomatie – sondern nach einer Erinnerung daran, dass Kolonialismus auch dann Kolonialismus bleibt, wenn man ihn modern verpackt.
Geschichte unter Null: Björks politische Kältefront aus dem Norden
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