P•A•L - Signum

P•A•L - Signum

Manchmal muss selbst der überzeugteste Tonträgersammler der bitteren Wahrheit ins staubige Auge sehen: Regale sind endlich, musikalische Wünsche dagegen grundsätzlich unverschämt. Also müssen hin und wieder ein paar Schallplatten das heimische Asyl verlassen, damit Geld für neue Musik ins Haus kommt. Ein bewährter Kreislauf: Vinyl geht, Vinyl kommt – nur der Kontostand darf kurz so tun, als hätte er sich erholt. In diesem Fall traf es die 2017 erschienene Vinyl-Neuauflage von 'Signum', dem frühen Klassiker von 'P·A·L'. Die Doppel-LP machte sich auf den Weg zu einer jungen Käuferin nach Berlin, die damit – so viel lässt sich ohne langwieriges Gutachten feststellen – einen ausgesprochen guten Geschmack bewiesen hat.

Während ich die Platte einpackte, fiel mir allerdings etwas Erschreckendes auf: 'Signum' war bei medienkonverter.de bisher unerwähnt geblieben. Mehr als drei Jahrzehnte Industrial-Geschichte, und wir hatten dazu geschwiegen. Das ist ungefähr so, als würde ein Stadtarchiv bemerken, dass es zwar sämtliche Akten über die örtliche Hundesteuer besitzt, aber leider vergessen hat, den Abriss des Rathauses zu dokumentieren. Also wird das jetzt nachgeholt. 'Signum' erschien ursprünglich 1995 bei 'Ant-Zen' und gehört zu jenen Veröffentlichungen, die man heute gern als wegweisendes Album bezeichnet. Das klingt schön geschlossen und nach einem langfristigen künstlerischen Masterplan. Tatsächlich war die Entstehung deutlich pragmatischer.

Wie mir 'Christian Pallentin' auf Nachfrage erklärte, handelte es sich bei 'Signum' streng genommen um eine „bessere Compilation“. Einige Stücke waren zuvor bereits auf Samplern erschienen und wurden für die Veröffentlichung durch neue Titel ergänzt. Also weniger das am Reißbrett konstruierte große Debütalbum als eine Bestandsaufnahme dessen, was sich bis dahin angesammelt, bewährt und genügend Druck entwickelt hatte, um gemeinsam auf eine CD losgelassen zu werden. Auch Auswahl und Reihenfolge folgten keinem geheimen industriellen Siebenjahresplan. Pallentin ging nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum vor: Er nahm, was verfügbar war, stellte daraus eine Abfolge mit einem für ihn stimmigen Spannungsbogen zusammen, bekam vom Label Zustimmung – und dann hieß es: los. Das ist sympathisch, weil es die nachträglich gern errichtete Kathedrale künstlerischer Vorherbestimmung wieder auf ein gesundes Werkstattformat schrumpft. Trotzdem wirkt 'Signum' erstaunlich geschlossen. Die Veröffentlichung führt von reduzierten Klangflächen über hypnotische Rhythmuskonstruktionen bis zu jenen massiven perkussiven Angriffen, mit denen 'P·A·L' später ganze Tanzflächen unter Denkmalschutz stellen konnte. Manchmal entsteht ein Klassiker eben nicht, weil jemand beschließt, jetzt gefälligst einen Klassiker zu produzieren. Manchmal sind einfach genug starke Stücke vorhanden – und jemand ordnet sie im richtigen Moment richtig an.

Schon das Artwork lädt zur fachgerechten Überinterpretation ein. Zu sehen ist ein nackter männlicher Oberkörper, über den eine schwere Kette verläuft. Eine Hand hält sie fest, das Gesicht bleibt außerhalb des Bildes. Dazu der Titel 'Signum': Zeichen, Last, Bindung, Kraft, Unterwerfung, Widerstand? Wer ein geisteswissenschaftliches Studium und einen freien Nachmittag besitzt, kann daraus problemlos mehrere Seiten Symbolanalyse herstellen. Nur würde er damit vermutlich vor allem sich selbst analysieren. Der abgebildete Oberkörper gehört tatsächlich 'Christian Pallentin' selbst. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Foto und dem Titel gab es nach seiner Aussage jedoch nicht. Auch das Wort 'Signum' trug keine ausgearbeitete Botschaft – ihm gefiel schlicht der Begriff. Das ist fast schon wieder wunderbar konsequent. Während sich der Betrachter noch fragt, ob die Kette das Individuum im Mahlwerk moderner Machtverhältnisse symbolisiert, sagt der Künstler sinngemäß: schönes Wort, starkes Bild, fertig. Manchmal ist eine Kette eben eine Kette. Und manchmal reicht es vollkommen, wenn etwas die richtige Wirkung entfaltet.

Diese Haltung findet sich auch in der Musik wieder. 'Signum' dokumentiert die frühe stilistische Bandbreite von 'P·A·L'. Das Album beschränkt sich nicht auf stumpfes Vorwärtsprügeln, obwohl es davon selbstverständlich genügend gibt, um auch robustere Lautsprecher vorsorglich über ihre Arbeitnehmerrechte nachdenken zu lassen. Stücke wie 'Workout', 'Zeichen' und 'Bewegung' arbeiten mit klaren rhythmischen Strukturen, repetitiven Sequenzen und perkussiver Härte. Die Musik wirkt körperlich, aber nicht geistlos. Unter dem offensichtlichen Lärm liegen kleine Verschiebungen, überraschende Details und immer wieder Momente, in denen die Stücke eine andere Richtung einschlagen. 'Concrete Rage' trägt seine Betonwut bereits im Namen. Der Track ist rau, kompromisslos und trotzdem kontrolliert. Hier kracht nichts zufällig aus dem Werkzeugschrank. Jeder Schlag sitzt dort, wo er die größte Wirkung entfaltet. Wer verstehen möchte, warum sich aus Industrial, EBM, Noise und elektronischer Experimentierlust in den Neunzigern etwas entwickelte, das später unter Bezeichnungen wie Rhythm ’n’ Noise oder Power Noise größere Kreise zog, findet hier reichlich Anschauungsmaterial.

Daneben stehen atmosphärischere und beinahe verspielte Passagen. 'Seduction (Anthro II)', 'Never Forget' und 'Creed' zeigen, dass 'P·A·L' schon damals nicht ausschließlich an maximaler Verdichtung interessiert war. 'Signum' besitzt Zwischenräume, Stimmungen und eine eigentümliche, stellenweise fast traumartige Kälte. Das Album kann schlagen, aber auch schweben – wobei selbst das Schweben ungefähr so gemütlich ausfällt wie ein nächtlicher Rundgang durch ein stillgelegtes Kraftwerk. Gerade diese Spannweite verhindert, dass die mehr als einstündige Zusammenstellung zu einem einzigen langen Presslufthammer-Solo wird. Nicht jede Passage ist aus heutiger Sicht unverzichtbar, und manches hätte mit etwas weniger Wiederholung vermutlich nichts von seiner Wirkung verloren. Doch diese Unebenheiten gehören zur Veröffentlichung. 'Signum' ist kein nachträglich auf Hochglanz poliertes Denkmal, sondern ein lebendiges Dokument einer Phase, in der ausprobiert, verworfen und gelegentlich auch einfach der Regler etwas weiter aufgedreht wurde.

Und dann ist da natürlich 'Gelöbnis'. Ich erinnere mich noch gut an die Abende im Münchner 'Loft', wenn die 'Pagan DJs' dafür sorgten, dass aus einer zunächst locker bevölkerten Tanzfläche plötzlich eine zuverlässige Ansammlung rhythmisch zuckender Schwarzträger wurde. 'Gelöbnis' durfte dabei kaum fehlen. Der Track besaß diese seltene Fähigkeit, innerhalb weniger Sekunden deutlich zu machen, dass die körperliche Anwesenheit auf der Tanzfläche nun nicht mehr als freiwillige Entscheidung betrachtet wurde. Ähnlich funktionierte das im 'Ballroom' in Esterhofen – jener kleinen, heute fast mythisch wirkenden Adresse, an der sich in den Neunzigern Punk, Gothic, Industrial und allerlei anderes musikalisches Gefahrgut begegneten. Wer solche Abende erlebt hat, hört 'Gelöbnis' heute nicht ausschließlich als Musikstück. Man hört Räume, Menschen, Nebelmaschinen, zu warme Kleidung und Getränke, deren genaue Zusammensetzung man besser niemals chemisch untersuchen ließ. Das prägnante Sprachmaterial stammte aus einer ausschließlich auf VHS erschienenen Zusammenstellung mit DDR-Dokumentaraufnahmen. Bereits für 'Shiftwork' hatte Pallentin daraus einen Ausschnitt verwendet. Das Stück kam gut an, also griff er für ein neues rhythmisches Stück auf weiteres Material aus demselben Video zurück. Die Samples passten – und damit war die wesentliche Voraussetzung erfüllt. Wer hinter 'Gelöbnis' eine ausgearbeitete politische Abhandlung vermutet, bekommt vom Urheber eine erfrischend direkte Antwort: „Die Leut’ sollten tanzen. Aussage? It’s only sound.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Die historischen Sprachfragmente erzeugen im Zusammenspiel mit den Beats selbstverständlich Assoziationen von Kollektiv, Disziplin, Propaganda und staatlich organisierter Begeisterung. Aber diese Wirkung entstand nicht aus dem Wunsch, den Hörer mit einem fertig ausformulierten politischen Kommentar nach Hause zu schicken. Entscheidend waren zunächst Klang, Rhythmus, Wiederholung, Stimme und Druck.

Dass 'Gelöbnis' derart einschlagen würde, hatte damals niemand erwartet. Planen lasse sich so etwas ohnehin nicht, sagt Pallentin – auch wenn manche Leute bis heute glauben, ein Klassiker könne mit ausreichend Strategie, drei Marketingmeetings und einem sauber gepflegten Veröffentlichungskalender hergestellt werden. 'Gelöbnis' beweist das Gegenteil. Der Track sollte die Leute zum Tanzen bringen. Er tat es. Und macht es bis heute. Die Neunzigerjahre waren auch deshalb besonders, weil sich im Münchner und bayerischen Umfeld eine überschaubare, aber enorm produktive Szene entwickelte. Namen wie 'P·A·L', ':Wumpscut:', 'Noisex', 'Nobdrun' und 'KW' tauchten in Veröffentlichungen, persönlichen Begegnungen und gemeinsamen Zusammenhängen auf. Bei den live auftretenden Projekten kamen Konzerte ... damals sagte man eher Performances hinzu. Rückblickend wirkt das beinahe wie eine Zusammenkunft musikalischer Schwerindustrie, bei der jeder seine eigenen Maschinen mitbrachte. Diese „bayerische Industrial-Familie“ war keineswegs nur eine romantische Konstruktion späterer Szenechronisten. Pallentin beschreibt seine damaligen Verbindungen zu den genannten Projekten und Personen als eng und freundschaftlich.

Eine wichtige Rolle innerhalb dieser Verbindungen spielte 'Garfield', der Mann hinter 'Nobdrun'. Er war ein sehr guter Freund Pallentins und zugleich derjenige, über den dieser Zugang zum weiteren Umfeld um ':Wumpscut:', 'Noisex' und 'KW' bekam. 'Garfield' war damit nicht nur selbst Teil dieser Szene, sondern auch eine entscheidende persönliche Verbindung innerhalb der damaligen „bayerischen Industrial-Familie“. Damals erschien einem dieses Zusammentreffen wahrscheinlich einfach normal. Neue Tapes, CDs, Samplerbeiträge und Projekte tauchten auf, man begegnete sich, tauschte Ideen aus und hörte die Ergebnisse wenig später im Club. Erst mit zeitlichem Abstand wird deutlich, wie ungewöhnlich produktiv diese Konstellation war. Damals war es crazy. Heute denkt man ausgesprochen gern daran zurück.

Aufgenommen wurde 'Signum' zwischen 1993 und 1995 im 'Upper Meadow Field' in München. Weitere Arbeiten sowie Produktion und Mastering fanden bei 'Rudy Ratzinger' - bekannt durch :Wumpscut: - statt. In den Credits wird der Ort geheimnisvoll als „L.A.“ bezeichnet, was theoretisch Raum für äußerst internationale Fantasien lässt. Man könnte sich vorstellen, wie 'Signum' unter kalifornischen Palmen den letzten Schliff erhielt, während draußen ein Filmproduzent im Cabrio vorbeifuhr und fragte, ob dieser hübsche Lärm vielleicht für den nächsten Actionfilm verfügbar sei. Die Wahrheit ist erwartungsgemäß besser: „L.A.“ war ein interner Witz und stand selbstverständlich für Landshut. 'Rudy R.' produzierte und masterte 'Signum'. Darüber hinaus beriet er Pallentin bei der Auswahl von Instrumenten und Software. Sein Anteil ging damit deutlich über das abschließende Drehen einiger Klangregler hinaus. Die Verbindung zwischen 'P·A·L' und ':Wumpscut:' bestand somit nicht nur innerhalb der Szene, sondern wirkte sich ganz konkret auf die Entstehung von 'Signum' aus. Los Angeles hatte Palmen, Filmstars und Millionenbudgets. Landshut hatte offenbar die besseren Industrial-Platten. Damit sollte diese Frage endgültig geklärt sein.

Doch wie hört sich 'Signum' heute an? Erstaunlich lebendig. Natürlich verrät die Produktion ihre Zeit. Manche Sounds, Strukturen und Übergänge stammen hörbar aus einer Ära, in der Software noch nicht jeden Fehler automatisch ausbügelte und elektronische Musik nicht aus einem praktisch unbegrenzten Baukasten sauber vorsortierter Möglichkeiten bestand. Genau das macht einen Teil ihres Reizes aus. Die Musik besitzt Ecken, Schmutz und eine physische Präsenz, die vielen späteren, technisch makellosen Produktionen fehlt. Die Beats wirken nicht wie sorgfältig gereinigte Museumsstücke, sondern wie Maschinen, die nach mehr als drei Jahrzehnten Standzeit noch immer anspringen – möglicherweise unter Protest, aber mit voller Leistung. Beim heutigen Wiederhören überrascht mich vor allem, wie viel Atmosphäre zwischen all den perkussiven Schlägen steckt. Früher war 'Signum' für mich stärker mit Clubs, Bewegung und bestimmten Nächten verbunden. Heute höre ich deutlicher, wie vielseitig die Veröffentlichung tatsächlich ist. Die ruhigeren, abstrakteren und experimentelleren Momente sind nicht bloß Pausen zwischen den Tanzflächenstücken. Sie geben dem Album erst seine Tiefe. Gleichzeitig muss man nicht behaupten, jede Minute sei perfekt gealtert. Einige Passagen wirken aus heutiger Sicht lang, manche Idee wird etwas gründlicher wiederholt, als es für ihre Beweisführung unbedingt erforderlich wäre. Wer moderne Produktionen mit permanenten Wendungen und maximaler Verdichtung gewohnt ist, könnte gelegentlich unruhig werden.

Auch Pallentin selbst betrachtet das Werk angenehm nüchtern. Hörgewohnheiten veränderten sich, und selbstverständlich würde er heute einiges anders machen oder vollständig weglassen. Einzelne Stellen herauszupicken, hält er jedoch für wenig sinnvoll. 'Signum' sei auf seine Art ein „Klassiker – mit allen Pros und Cons“ - so seine Aussage. Eine treffendere Beschreibung gibt es kaum. Und weil es keine Fortsetzung namens 'Signum 2' geben wird, macht er sich darüber heute auch keinen großen Kopf mehr. Das ist vermutlich gesund. Andere Künstler verbringen ihr halbes Leben damit, ihrem erfolgreichsten Werk hinterherzulaufen. Pallentin lässt 'Signum' einfach das sein, was es eben geworden ist. Mehr als zwanzig Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung brachten 'Ant-Zen' und 'Aufnahme + Wiedergabe' 'Signum' 2017 als aufwendig gestaltete Doppel-LP heraus. Die auf 500 Exemplare limitierte Ausgabe erschien auf farbigem Vinyl – eine Platte transparent rot, die andere weiß –, verpackt in einem Gatefold-Cover und ergänzt durch einen Downloadcode. Das große Format steht der Veröffentlichung ausgezeichnet. Das körperliche Artwork, die massive Gestaltung und die farbigen Platten machen aus 'Signum' einen Gegenstand, der genauso kompromisslos aussieht, wie die Musik klingt. Bei einer Veröffentlichung, deren Rhythmik derart physisch arbeitet, fühlt sich Vinyl ohnehin angemessen an. Man hört nicht nur die Musik, man legt gewissermaßen ein industrielles Bauteil auf den Plattenteller.

Dass die Ausgabe längst ausverkauft ist, überrascht natürlich nicht. 'Signum' besitzt den Nimbus eines Klassikers, ohne dabei zu einem leblosen Sammlerstück geworden zu sein. Die Musik funktioniert noch immer – für Menschen, die damals im 'Loft' oder im 'Ballroom' standen, ebenso wie für Hörerinnen und Hörer, die 1995 womöglich noch nicht einmal geboren waren.

Womit wir wieder bei der jungen Käuferin aus Berlin wären. Der Verkauf dieser Platte fühlte sich zunächst ein wenig so an, als würde ich ein Stück meiner eigenen Vergangenheit ordentlich verpacken, frankieren und anschließend der Deutschen Post anvertrauen – eine Kombination, die grundsätzlich schon genug Anlass zur Sorge bietet. Doch eigentlich ist genau das der richtige Lauf der Dinge. Musik sollte nicht ausschließlich im Regal auf ihren steigenden Sammlerwert warten. Sie sollte weitergegeben, gehört und neu entdeckt werden. Vielleicht läuft 'Gelöbnis' bald irgendwo dort nochmal in einer Berliner Wohnung oder einem neuen Club. Vielleicht landet die Platte irgendwann bei einer Party auf dem Teller. Vielleicht fragt jemand, warum Musik von 1995 noch immer so erstaunlich viel Druck entwickelt. Die Antwort ist einfach: weil 'Signum' keine nostalgische Reliquie ist.

Die Veröffentlichung dokumentiert eine Zeit, in der 'P·A·L', ':Wumpscut:', 'Noisex', 'Nobdrun', 'KW' und weitere Beteiligte eine kleine, eng verbundene Industrial-Welt formten. Sie erinnert mich an das Münchner 'Loft', die 'Pagan DJs', den 'Ballroom' in Esterhofen und achja ... auch an den Kellner Tom", an Nächte, in denen 'Gelöbnis' nicht kulturhistorisch eingeordnet werden musste, weil bereits nach wenigen Sekunden ohnehin alle auf der Tanzfläche standen. 'Signum' ist nicht makellos. Es war nicht einmal als großes, geschlossenes Album geplant. Es besitzt Längen, hörbare Spuren seiner Entstehungszeit und Entscheidungen, die sein Schöpfer heute möglicherweise anders treffen würde. Aber genau darin liegt seine Glaubwürdigkeit. Das Ding wurde nicht als Klassiker entworfen – es ist einer geworden. Ich habe nun etwas Geld für neue Musik. Eine junge Käuferin in Berlin besitzt dafür 'Signum'. Finanziell betrachtet war das Geschäft vermutlich fair. Musikalisch gesehen hat sie eindeutig den besseren Deal gemacht.

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