Kaum ist das alte Jahr unter dem Konfetti, Sektresten und anderem kollektivem Silvesteroptimismus begraben, steht 2026 tatsächlich schon unangenehm motiviert vor der Tür und fragt, ob wir bereit wären. Kurze Antwort: Nein! Längere Antwort: Natürlich nicht – aber genau deshalb machen wir trotzdem weiter. Willkommen im neuen Jahr, willkommen beim Medienkonverter, wo Vorsätze traditionell ignoriert und Lautstärkeregler prinzipiell nach lauter gedreht werden.
Und während draußen noch darüber diskutiert wird, ob 2026 nun wirklich alles besser wird als 2025, haben wir längst akzeptiert, dass gute Musik selten aus Kalenderwechseln entsteht. Auch dieses Jahr wird hier geliebt, verrissen, gefeiert, hinterfragt und gelegentlich mit hochgezogener Augenbraue kommentiert. Subjektiv, meinungsstark, manchmal gnadenlos ehrlich – und immer mit dieser leichten inneren Unruhe, die entsteht, wenn man zu viel Musik hört und zu wenig an Trends glaubt.
Wir versprechen - wie immer - nichts, außer Verlässlichkeit im Chaos. Es wird wahrscheinlich wieder Releases geben, die uns völlig abholen, andere, bei denen wir uns ernsthaft fragen, ob jemand beim Mastering kurz eingenickt ist, und Alben, die genau deshalb spannend sind, weil sie nicht everybody’s darling sein wollen. Rezensionen bleiben Meinung, News bleiben Haltung, Humor bleibt immer Pflichtprogramm – gerade dann, wenn die Welt wieder versucht, alles unnötig ernst zu nehmen.
2026 bringt neue Platten, alte Helden, Comebacks, Abschiede und sicher auch ein paar musikalische Experimente, die mutig gemeint, aber diskussionswürdig umgesetzt sind. Wir freuen uns auf jede einzelne davon. Auf Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Kopfnicken und Kopfschütteln. Denn ohne euch wäre der Medienkonverter nur ein sehr laut denkender Mensch mit Internetanschluss.
In diesem Sinne: Danke fürs Mitlesen, Mitstreiten, Mitfreuen und gelegentliche Augenrollen. Frohes neues Jahr. Wir bleiben anstrengend. Versprochen!
Medienkonverter.de
Neues Jahr, alter Wahnsinn: Grüße aus dem Maschinenraum
Coldplay - Moon Music
Man sagt ja, man solle ein Jahr versöhnlich beenden. Nun ja. Der letzte Review, der 2025 auf dieser Webseite erscheint, gilt ausgerechnet Moon Music von Coldplay – einem Album, das bereits 2024 erschienen ist, sich aber erstaunlich gut als unfreiwilliger Schlusspunkt für 2025 eignet. Es ist eine Platte, die so sehr darauf bedacht ist, niemandem auf die Füße zu treten, dass sie am Ende kaum noch stehen kann. Ich gebe offen zu: Ich mag diese Art von Musik nicht. Für mich klingt sie wie ein akustischer Beruhigungstee – wohltemperiert, glatt und letztlich wirkungslos. Als Jahresabschluss ist das u...