Willkommen im Jahr 2025, in dem sich die Welt weiterhin in Zeitlupe selbst zerlegt, während 'Moral Order' den perfekten Soundtrack dazu liefert. Mit 'The Slaughter of the Innocents' legt das spanische Dark-Industrial-Projekt sein bisher düsterstes, nihilistischstes und verstörendstes Werk vor. Bisher - meines Wissens nach - eher bekannt für brachiale Power Electronics, zieht 'Moral Order' diesmal das Tempo stark zurück – aber nicht die Bedrohung. Nein, diesmal kommt das Grauen schleichend, zieht dir die Luft aus der Lunge, bis du in einer klaustrophobischen Geräuschkulisse aus flirrenden Drones, krachenden Verzerrungen und geisterhaften Echos erstickst.
Hier gibt es keine ... nunja wenige Melodien, keine eingängigen Rhythmen, keine Chance auf Erlösung. Neun unbetitelte Tracks, die sich wie ein Ritual aus Pein und Verfall anfühlen – als würde man in einem dunklen Bunker eingesperrt, während draußen die Welt implodiert. Jeder Track gräbt sich tiefer ins Unterbewusstsein, summt, brummt, dröhnt und verformt sich zu einem Strudel aus existenziellem Horror. Stücke wie das 13-minütige Finale treiben dich endgültig in den Wahnsinn – falls du nicht schon vorher die Flucht ergreifst. Das Ganze erschien am 9. Februar 2025 als schickes 6-Panel Digipack – damit du dein Leid auch stilvoll ins Regal stellen kannst. Die visuelle Apokalypse kommt von David Marin, das Mastering hat Grant Richardson übernommen, um sicherzustellen, dass deine Boxen beim Hören auch wirklich sanft, aber endgültig sterben.
Nun, Moral Order hat hier kein Album veröffentlicht. Er hat ein tonales Massengrab aus Hoffnungslosigkeit und Wahnsinn erschaffen. Willkommen im Abgrund – wir haben auf dich gewartet.
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