Am 25. Juni 2009 schlug das Herz von Michael Jackson zum letzten Mal. Im Alter von 50 Jahren ging ein Leben zu Ende, das Menschen auf der ganzen Welt inspirierte, faszinierte und schockierte. Ein Leben voller Magie, voller Leidenschaft und voller Tragik. Aber vor allem ein Leben voller großartiger und unsterblicher Musik. Die Geschichte begann mit Vater Joseph Jackson, der seine Söhne mit eiserner Disziplin auf eine Karriere im Musikgeschäft vorbereitete. Zunächst erwies sich der Weg als steinig. Nach ersten Veröffentlichungen bei Steeltown Records war es Bobby Taylor, der die fünf Jungs 1968 zu Motown brachte. Ihr Talent überzeugte Motown-Gründer Berry Gordy, der die Jackson Five unter Vertrag nahm. Diana Ross spielte anschließend eine wichtige Rolle bei ihrer öffentlichen Einführung – auch wenn die damals verbreitete Geschichte, sie habe die Gruppe entdeckt, nicht den tatsächlichen Abläufen entsprach.
Von nun an sollten die Jackson Five die Welt erobern. Auch wenn alle fünf Jackson-Sprösslinge talentierte Musiker und Performer waren, stach ein kleiner Junge schon früh heraus: Michael. Seine Stimme, seine Bühnenpräsenz und seine erstaunliche Ausdruckskraft machten ihn zum Mittelpunkt einer Gruppe, die schon bald internationale Erfolge feierte. Neben seiner Arbeit mit den Jackson Five begann Michael früh eine Solokarriere. Auf seine erste Solosingle „Got to Be There“ von 1971 folgte am 24. Januar 1972 das gleichnamige Debütalbum. Es erreichte Platz 14 der Billboard 200 und Platz 3 der amerikanischen R&B-Albumcharts. Mit „Ben“ erschien noch im selben Jahr ein weiteres Soloalbum. „Music & Me“ von 1973 und „Forever, Michael“ von 1975 vervollständigten seine vier Soloalben für Motown. Parallel dazu blieb er mit seinen Brüdern aktiv.
Ein entscheidendes Kapitel seiner weiteren Karriere entwickelte sich bei der Arbeit an der Musicalverfilmung „The Wiz“, die 1977 gedreht wurde und 1978 in die Kinos kam. Dort arbeitete Michael mit Quincy Jones zusammen. Aus dieser Verbindung sollte eine Zusammenarbeit entstehen, die die Popgeschichte veränderte: Jones produzierte Michaels 1979 erschienenes Album „Off the Wall“ und später auch „Thriller“ und „Bad“. Der Flug in den Orion begann … Doch dies ist eine andere Geschichte.
Nach dem Tod des „King of Pop“ stieg das Interesse an seiner Musik erneut sprunghaft an. Seine Alben und Compilations kehrten in zahlreichen Ländern auf die vorderen Chartplätze zurück. Doch welche Veröffentlichungen sind wirklich ihr Geld wert? Wer sich mit den frühen Jahren von Michael Jackson auseinandersetzen möchte, für den scheint die bereits 2008 erschienene Zusammenstellung „The Motown Years“ von Michael Jackson & Jackson 5 genau das Richtige zu sein. Die drei CDs vereinen insgesamt 50 Titel. Neben Klassikern der Jackson Five finden sich darauf zahlreiche Höhepunkte seiner frühen Solokarriere. Songs wie „I’ll Be There“ – an diesen Song musste ich als Erstes denken, als ich von Michael Jacksons Tod erfuhr – und „ABC“ stehen neben großartigen Solohits wie „Rockin’ Robin“ oder „Ben“, seinem ersten Nummer-eins-Hit als Solokünstler in den US-Billboard-Hot-100.
So entsteht ein eindrucksvoller Überblick über die Motown-Jahre dieses Ausnahmekünstlers. Die Zusammenstellung erinnert daran, dass Michaels Geschichte nicht erst mit „Off the Wall“ oder „Thriller“ begann. Schon in diesen frühen Aufnahmen steckt jene Ausdruckskraft, die ihn später zu einem der größten Stars der Popmusik machen sollte. Für Musikfans ein Muss. Die letzten Worte gebühren Berry Gordy und seinen Gedanken zum Tod seines Schützlings:
Berry Gordy, Gründer von Motown, 25. Juni 2009:“I am shocked beyond words. It’s like a dream - a bad dream. This cannot be! How can Michael Jackson not be here? As a kid, Michael was always beyond his years. He had a knowingness about him that was incredible. When I first heard him sing Smokey’s song, ‘Who’s Lovin’ You’ at 10 years’ old, it felt like he had lived the song for 50 years. Somehow, even at that first meeting with him, he had a hunger to learn, a hunger to be the best and was willing to work as hard and as long as it took. I had no concern about his ability to go to the top. He was like my son. He had warmth, sensitivity and two personalities. When he was not on stage, he was loving, respectful and shy. When he WAS on stage, he was so in charge you would not believe he was the same person. Michael was and will remain one of the greatest entertainers that ever lived. He was exceptional, artistic and original. He gave the world his heart and soul through his music. I extend my sympathies to Joe, Katherine and the entire Jackson family. My prayers are with them.”