Industrial im Tiefsee-Modus: ‘Heimstatt Yipotash’ mit neuem Album „Abyss“

Industrial im Tiefsee-Modus ‘Heimstatt Yipotash’...

Wenn Musik ein Ort wäre, dann hätte „Abyss“ definitiv kein WLAN, kein Tageslicht und garantiert keinen Notausgang. ‘Heimstatt Yipotash’ öffnen mit ihrem neuen Werk schon jetzt die Schleusen zum Vorabhören auf Bandcamp – die CD folgt am 24. April 2026, aber gedanklich bist du längst unten angekommen. Aktuell gibt es zwar nur einen ersten offiziellen Vorgeschmack – nämlich den Opener „Hadal“ – doch der reicht bereits aus, um die Richtung ziemlich klar abzustecken. Und wenn ein einzelner Track schon so viel Druck aufbaut, darf man sich bei insgesamt 14 Tracks durchaus auf eine ausgewachsene Tiefsee-Expedition einstellen.

Schon dieser Einstieg macht deutlich, wohin die Reise geht: tief runter, wenig Licht, ordentlich Druck auf den Ohren. ‘Heimstatt Yipotash’ bauen eine Klangwelt, die sich anfühlt wie ein kontrollierter Absturz in die finstersten Ecken der eigenen Gedanken. Scharfkantige Elektronik trifft auf nervös zuckende Rhythmen, während sich darüber diese herrlich filmischen Flächen legen, die irgendwo zwischen dystopischem Soundtrack und Industrial-Epos schweben. Klingt schwer? Ist es auch – aber auf die ziemlich mitreißende Art. Besonders auffällig: Die Vocals. Die stehen diesmal deutlich mehr im Mittelpunkt, wirken aber weniger wie klassische Gesangseinlagen, sondern eher wie ein zusätzliches Instrument im Maschinenraum. Mal fragil, mal aufgewühlt, immer irgendwie kurz vorm Kippen – genau das verleiht „Abyss“ diesen angenehm unruhigen Puls, der einen nicht mehr loslässt.

Ein Blick auf die Trackliste verspricht dabei einiges: Titel wie „Flooding the Zone“, „Molotov Cocktail Party“ oder „Run Them Down!“ deuten auf kompromisslosen Vorwärtsdrang hin, während „Mimicry“ oder „Sheol“ eher die kälteren, introspektiven Regionen ansteuern. Und dann sind da noch Namen wie „Maelstrom“ oder „Nemesis“, die das Tiefsee-Konzept nicht nur andeuten, sondern mit voller Wucht durchziehen. Inhaltlich bewegt sich das Ganze vernutlich zwischen Reizüberflutung, technologischer Dauerpräsenz und latentem Kontrollverlust – also genau dem Spannungsfeld, das sich viele aktuell täglich geben dürfen. Nur eben deutlich besser vertont. Die CD im typischen HANDS Paper Pack erscheint am 24. April 2026, bis dahin bleibt es beim ersten, vielversprechenden Tauchgang. Aber ganz ehrlich: Wenn schon der Auftakt so klingt, will man eigentlich gar nicht mehr an die Oberfläche zurück.

Industrial im Tiefsee-Modus: ‘Heimstatt Yipotash’ mit neuem Album „Abyss“
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