Wer anderen die Schlüssel zum eigenen Synthesizer reicht, sollte sich hinterher nicht über umgestellte Möbel wundern. 'Emmon' macht genau daraus ein Album: Am 23. Oktober 2026 erscheint „Iconmixed“ über Icons Creating Evil Art. 15 Remixe nehmen sich die Songs des Vorjahresalbums „Icon“ vor. Die elektronische Hausordnung dürfen die Gäste dabei selbst schreiben. Hinter 'Emmon' steckt die schwedische Musikerin Emma Nylén, deren Verbindung aus EBM, Electro und düsterem Pop bei uns schon mehrfach Thema war. Über „Icon“ berichteten wir im Oktober 2025; jetzt bekommt dessen Klangwelt zusätzliche Türen, Kellerräume und vermutlich einen etwas bedenklichen Stromverbrauch.

Den Auftakt übernimmt Rhys Fulber mit „Shades Of Blue“. Der durch 'Front Line Assembly' und 'Delerium' bekannte Elektroniker gehört zu einer Gästeliste, die unterschiedliche Vorstellungen von Clubmusik zusammenbringt. 'Siie' ziehen „Speak To Me“ in Richtung hypnotischer Techno und Darkwave, während 'The Foreign Resort' denselben Song mit Gitarren, Live-Schlagzeug und Shoegaze-Atmosphäre bearbeiten. Gleicher Grundriss, überraschend andere Aussicht.

Besonders anschaulich wird das Prinzip bei „Relics“: 'Agent Side Grinder' setzen auf Neunziger-House, Eurodisco und Acid-Bässe, Kris Baha auf Big Beat und harten Techno. Mit Emanuel Åström war der Sänger von 'Agent Side Grinder' bereits an der Originalaufnahme beteiligt. Hier kommt also jemand zur Renovierung, der das Gebäude schon kennt. Weitere Eingriffe liefern unter anderem 'Randolph & Mortimer', 'Dstr', 'Bestial Mouths', 'Beborn Beton', 'Zweite Jugend', 'Aux Animaux' und 'Xotox'. Nach „Reconmixed“ von 2023 führt 'Emmon' damit den kreativen Austausch über die eigenen Songs fort. Sie selbst beschreibt die Neubearbeitungen als Geschenke, deren Inhalt sie vorher nicht kennt. Bei dieser Runde dürfte zumindest die Frage nach dem passenden Geschenkpapier geklärt sein: schwarz, mit Bassreflexöffnung.