Was ist bloß mit Schweden los? Erst bringen sie uns ’Kite’, ’Agent Side Grinder’, ’Covenant’ – und jetzt haut ’Emmon’ mit Icon das nächste elektronische Schwergewicht raus. Möglicherweise fließt in Stockholm kein Leitungswasser, sondern synthetisierte Basslinien. Kaum hat sich Emma Nylén mit ihrem preisgekrönten Comeback-Album Recon (2022) zurück an die Spitze der europäischen Elektronikszene katapultiert, legt sie mit Icon nach – einem Album, das klingt, als hätte jemand den Strom direkt auf die Tanzfläche gelegt.
’Emmon’ bleibt dabei ganz sie selbst – nur lauter, härter, selbstbewusster. Man merkt sofort: Diese Songs sind für die Bühne gebaut. Seit dem letzten Release war Emma praktisch nonstop auf Tour, und das hört man. „Die Bühne ist mein Habitat“, sagt sie – und das spürt man in jeder Note. Icon ist EBM mit Schweiß, Adrenalin und ordentlich Glitzer auf der Stirn. Gemeinsam mit Produzent Jimmy Monell (’Kite’) hat sie ihren Sound noch weiter verdichtet. Tracks wie „Neon Brown“, „Cold Within“ oder „Blood on the Ceiling“ klingen wie die musikalische Version eines Gewitters über Göteborg – donnernd, intensiv, aber mit dieser typischen nordischen Eleganz. Unterstützt wird sie dabei von hochkarätigen Gästen: Majestoluxe, Jukka Rintamäki (’Silverbullit’, ’The Northern East’), Person:A und Emanuel Åström (’Agent Side Grinder’). Das Ergebnis ist ein Album, das vor Energie sprüht, ohne jemals seine kühle Klasse zu verlieren.
Persönlich finde ich: Icon ist kein einfaches Nachfolgealbum, sondern eine Ansage. Wo Recon noch den Weg zurück ins Leben suchte, steht Icon für Stärke, Klarheit und totale Kontrolle. Nach Krankheit, Erschöpfung und chirurgischen Kapiteln klingt dieses Werk wie eine Triumphfanfare aus Stahl und Synthesizer. Wenn Emma Nylén heute die Bühne betritt, dann als elektrische Königin – irgendwo zwischen Annie Lennox, Trent Reznor und einem futuristischen Elvis. Und wer danach immer noch ruhig stehen kann, sollte mal seine Stromzufuhr prüfen. Icon erscheint am 17. Oktober 2025 über Icons Creating Evil Art auf CD, Vinyl und digital. Kurz gesagt: Wer Recon mochte, wird Icon lieben – und wahrscheinlich nie wieder abschalten.
’Emmon’ – Schwedens Electro-Queen krönt sich mit „Icon“ selbst
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