IAMX haucht seinem hyper-emotionalen Elektronik-Projekt mit dem neuen Album "Fault Lines²" neues spirituelles Leben ein. Es ist der Nachfolger der aggressiven, kultigen Machenschaften, die auf dem 2023 erschienenen Album "Fault Lines¹" zu hören waren.

Dieses Sequel ist halb Mutant, halb Ballkönigin-Schwester mit pochenden Bassmonstern wie "Neurosymphony" und "Infinite Fear Jets", die ätherisch in Tracks wie "The Ocean" übergehen, in dem die großartigen Gesangstalente von Hafdis Huld im isländischen Intro und Outro zu hören sind. Dann folgen Tracks wie die vielschichtigen Harmonien von "Deathless Wilds", dessen grimmige, knirschende 6/8-Beats die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während die langjährige Mitarbeiterin Janine Gezang den Hörer in Punkrock-Manier dazu auffordert, alles zu akzeptieren, was da kommen mag.

Dieses Album ist IAMX auf dem Höhepunkt von Schönheit und Verzweiflung, und wird durch seine "no fucks left to give"-Schrulligkeit unterstrichen. Die psychologischen Tiefen, die in der Musik zu finden sind, spiegeln eine Weisheit und Akzeptanz wider, die in früheren Alben angedeutet wurde, hier aber voll ausgeprägt ist. Aus Prüfungen werden Superkräfte, aus Neurosen Verpflichtungen und aus radikaler Selbstliebe der Kontext und die Erleichterung der Selbstverwirklichung. Der Gesang spiegelt die Tiefe dieser Weisheit wider, wobei X sowohl dramatisch als auch entspannt klingt, mit einer selbstsicheren Leichtigkeit, die nur durch Erfahrung entsteht. Jede stimmliche Note enthält die perfekte Menge an Schärfe, Quietschen oder Atem; sie demonstriert ein Selbstvertrauen aus Jahren auf der Bühne und im Studio, das dem Zuhörer das Gefühl intensiver Intimität vermittelt.

Die Uneinigkeit und Disharmonie des Universums wird auf diesem Album chaotisch zur Schau gestellt. Schönheit reitet auf Schmutz, Drillinge auf Vieren und Angst auf Erotik. Die Brüche in den Klangwelten werden zu Fault Lines. „Fault Lines²“ erscheint am 30. August 2024.