Leipzig ruft – leise, aber eindringlich. Mit jeder neuen Bestätigung wird deutlicher, dass das Wave-Gotik-Treffen 2026 mehr sein will als ein Rückblick oder ein Abfeiern bekannter Namen. Hier entsteht gerade ein Line-up, das Generationen verbindet, Erwartungen sprengt und dieses ganz spezielle Kribbeln auslöst, das nur das WGT kann. Es ist diese Mischung aus Vertrautheit und Aufbruch, die einen plötzlich wieder zählen lässt, wie oft man schon dort war – und warum man trotzdem jedes Mal aufs Neue hinfährt.
Nach der bereits starken ersten Ankündigungswelle legt das WGT 2026 nun nach und erweitert sein Programm um Acts, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb perfekt zusammenpassen. ‚Batmobile‘ bringen ihre rohe, unverwüstliche Energie aus den Niederlanden mit und erinnern daran, dass Szene nie Stillstand bedeutete. ‚Patenbrigade:Wolff‘ stehen für jene kompromisslose Direktheit, die EBM seit Jahrzehnten antreibt, während ‚Nuovo Testamento‘ aus den USA moderne Coolness und düstere Eleganz vereinen und damit eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.
Besonders intensiv fühlt sich der Blick auf jene Momente an, in denen etwas Neues zum ersten Mal live atmet. Die angekündigte Livepremiere von ‚Alles Schwarz‘ gemeinsam mit ‚Oswald Henke‘ ist so ein Fall. Hier geht es nicht um einen netten Gastauftritt, sondern um eine Begegnung zweier Welten, die Haltung, Sprache und Atmosphäre miteinander verschränken. Auch ‚Voyna‘ feiern ihre Livepremiere – und tun das ausgerechnet auf jener Bühne, auf der neue Projekte traditionell besonders ernst genommen werden. Dazwischen entfaltet sich die ganze Spannbreite dessen, was das WGT seit jeher ausmacht. ‚Solitary Experiments‘ sorgen für melodische Verlässlichkeit und emotionale Offenheit, während ‚Nordarr‘ den Blick nach innen lenken und jene archaische Tiefe liefern, die man nicht einfach hört, sondern spürt. Mit ‚Ms Gentur‘ und der gemeinsamen Performance mit ‚Sven Phalanx‘ wird schließlich klar, dass Ritual, Industrial und kontemplative Strenge auch 2026 einen festen Platz im Herzen des Festivals haben.
Je länger man auf dieses wachsende Line-up blickt, desto deutlicher wird: Das Wave-Gotik-Treffen 2026 fühlt sich bereits jetzt größer an als die Summe seiner Programmpunkte. Es ist dieses kollektive Gefühl, das entsteht, wenn alte Weggefährten und neue Entdeckungen nebeneinanderstehen. Ein Festival, das nicht stehen bleibt, sondern sich weiterentwickelt – und uns dabei jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, warum wir diese Szene lieben.
Herzklopfen aus Leipzig: Diese Acts machen das WGT 2026 noch größer
In The Shadows - Salvation
Texas. Öl, Pick-ups, endlose Highways und ein politisches Klima, das selten für Zwischentöne bekannt ist. Genau aus diesem Umfeld stammt ‚In The Shadows‘ – und genau deshalb wirkt ‚Salvation‘ wie ein stiller Akt der Verweigerung. Statt Pathos und Lautstärke setzt das Debütalbum auf Dunkelheit, auf innere Abgründe und auf eine Ästhetik, die mit amerikanischer Selbstgewissheit wenig anfangen kann. ‚Salvation‘ klingt nicht nach Freiheit, sondern nach Reflexion. Nicht nach Weite, sondern nach Schatten. Und gerade aus Texas heraus entfaltet diese Musik zunächst eine spannende, fast schon subversive...
80er-Ikone im Kaschte-Kosmos: Samsas Traum mit „Moonlight Shadow“
Es ist einer dieser Titel, die man meint, in- und auswendig zu kennen – und die trotzdem noch Raum für kleine Verschiebungen lassen. „Moonlight Shadow“ bekommt von Samsas Traum keine radikale Neuerfindung, sondern ein leicht abgedunkeltes Gewand. Keine ironische Brechung, kein großes Umpflügen, sondern eine behutsame Annäherung mit klarer Haltung: Das hier ist nah am Original, aber bewusst ein paar Schritte weiter nach innen gerückt. Mit der neuen Single widmen sich Samsas Traum einem der langlebigsten Popklassiker der frühen 80er. „Moonlight Shadow“ ist ab sofort online und erscheint gleich i...