Es gibt da immer diese Bands, bei denen man ziemlich genau weiß, warum man wieder vor der Bühne steht. Haggard gehören da für mich absolut dazu. Am 6. September 2025 war das Backstage München wieder einmal gut gefüllt, und am Ende blieb vor allem die Gewissheit: Das hat sich wieder gelohnt. Bis dahin brauchte es allerdings etwas Geduld. Die italienische Vorband Raining Nails hat mich mit ihrem Melodic Heavy Metal persönlich nicht besonders gepackt. Der Funke wollte bei mir an diesem Abend bei der Vorband einfach nicht überspringen.
Bei Haggard sah das dann aber ganz anders aus. Dreizehn Musiker - sofern ich mich nicht verzählt habe - auf einer Bühne unterzubringen, ist schon räumlich eine Aufgabe. Aus Gitarren, Schlagzeug, Streichern, Querflöte, Klavier und den unterschiedlichen Gesangsstimmen ein stimmiges Ganzes zu machen, die deutlich größere. Genau das beherrscht diese Band: Harte Passagen bekommen durch die klassischen Instrumente zusätzliche Tiefe, während die ruhigeren Momente genug Raum erhalten, um ihre Wirkung zu entfalten.
Zum Programm gehörten meinem Ohr nach unter anderem „The Observer“, „Eppur Si Muove“ und „Per Aspera ad Astra“; bei „The Final Victory“ durfte das Publikum selbst gesanglich mitmischen. Mit „Abenddämmerung“, einem deutschsprachigen Stück rund um Rotkäppchen, gab es außerdem neues Material aus dem weiterhin erwarteten „Grimm“-Projekt. Den Abschluss bildete der Klassiker „Awaking the Centuries“. Für mich war es vor allem wieder ein richtig toller Haggard-Abend. Die Mischung aus Wucht, Melodie und dieser eigenwilligen Besetzung funktioniert live einfach – und sorgt dafür, dass ich beim nächsten Mal ziemlich sicher wieder dabei sein werde.
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