Es knarzt im Untergrund, irgendwo zwischen Stahl, Beton und Erinnerungen an verschwitzte Clubnächte. ‚Menticide‘ haben sich gemeldet – und zwar nicht mit leiser Nostalgie, sondern mit einem neuen Lebenszeichen namens „Der Meister“. Die Veröffentlichung am 16. Januar 2026 wirkt wie ein bewusst gesetzter Kontrapunkt zu glatt polierten Comebacks: direkt, roh und mit genau der Haltung, für die man diese Band einst lieben – oder fürchten – gelernt hat. Erscheinen wird das Ganze über Scanner, was dem Ganzen zusätzlich ein solides Szene-Fundament verpasst.
Hinter ‚Menticide‘ stehen keine Neulinge, sondern zwei Namen, die man nicht erklären muss, wenn man schon länger im EBM-Dunstkreis unterwegs ist. Christian R., unter anderem Programmierer bei Pouppée Fabrikk und C.A.P., traf Anfang der 2000er auf Johan Damm, den ehemaligen Frontmann von Dupont. Was zunächst als Projekt namens VOLT begann, entwickelte schnell eine eigene Handschrift, gespeist aus klassischer EBM-Energie, Industrial-Druck und jener kompromisslosen Direktheit, die Bands wie Nitzer Ebb, DAF oder Laibach einst so gefährlich machte. Der erste größere Einschlag kam 2006 mit „Stahlwerk“, veröffentlicht auf der Kult-Compilation Hymns of Steel. Der Track öffnete Türen, unter anderem bei SubSpace Communications, und führte 2007 zum Album N.M.E., das mit Clubtracks wie „Komm Zu Mir“, „Wrong“ oder „Search And Destroy“ bis heute seinen Platz in dunklen Playlists behauptet. Danach wurde es lange still – zu lange, wie sich jetzt zeigt.
„Der Meister“ knüpft genau dort an, wirkt aber erstaunlich unverbraucht. Der Titeltrack erscheint gleich mehrfach, ergänzt durch einen Slovenia Edit und einen wuchtigen 12"-Remix, dazu kommt eine neue Version von „Stahlwerk“ sowie „Ricky’s Hand“ mit Robert Enforsen als markantem Feature-Gast. Deutsch und Englisch wechseln sich ab, Damms Stimme dominiert das Geschehen mit dieser bekannten Mischung aus Befehl und Drohung, während die Beats stoisch nach vorne marschieren. Unterm Strich ist das kein vorsichtiges Abklopfen der eigenen Vergangenheit, sondern ein klares Lebenszeichen. ‚Menticide‘ sind wieder da – nicht um freundlich anzuklopfen, sondern um Präsenz zu zeigen. Oder wie sie selbst warnen würden: Beware.
Härter, direkter, kompromisslos: ‚Menticide‘ präsentieren uns „Der Meister“
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