Erstmals musikalisch in Erscheinung getreten ist der französische Sänger und Songwriter Renaud Brustlein als Gitarrist der Band Don’t Look Back, mit der er Ende der Neunziger an den Postrock-Sound von Bands wie Mogwai und Godspeed You! Black Emperor anknüpfte.
Zwei Alben nahm Brustlein in dieser Konstellation auf: „Drunk In Your Arms“ und „Brighter“. Ein paar Jahre später, 2006, meldete er sich dann als Solokünstler unter dem Namen H-Burns zurück und legte das Album „Songs From The Electric Sky“ vor. Auf sich allein gestellt, brach der Franzose eher in Richtung Folk auf und setzte auf minimalistische Arrangements, womit er sich nicht nur vor Johnny Cash verneigte, sondern insgesamt auch an das Werk von persönlichen Vorbildern wie Dylan, Cohen, Molina und Oldham anknüpfte.
Noch zwei Jahre später ließ der Singer/ Songwriter den Folk-Einschlag dann bewusst hinter sich und nahm gemeinsam mit Gastmusikern wie Jonathan Morali (von Syd Matters) das Album „How Strange It Is To Be Anything At All“ auf.
2011 waren es dann Chris Bailey (The Saints) und weitere Musiker, mit denen H-Burns das bei Vicious Circle veröffentlichte Album „Stranger“ komponierte, um sich danach endgültig in einen Bandleader zu verwandeln: Unterstützt von Steve Albini (Nirvana, PJ Harvey etc.), der in den legendären Electrical Audio Studios in Chicago hinter den Reglern saß, fing er den ruppigen, tiefschürfenden Sound von „Off The Map“ ein – um zugleich noch einen weiteren Fleck der musikalischen Landkarte zu besetzen.
Dieses Jahr meldet sich H-Burns nun mit seinem neuen Album zurück, und er bricht darauf abermals in neue Klangregionen auf: Das am 22.05.2015 bei Because Music erscheinende „Night Moves“-Album klingt ruhiger, poppiger, sehr viel runder produziert – eher wie ein kalifornisches Album. Zugleich klingt es jedoch genauso bewegend, sorgenvoll und melancholisch wie der Vorgänger. Aufgenommen wurde „Night Moves“ von Rob Schnapf (Beck, Elliott Smith, Guided By Voices, und überhaupt ein Produzent, der viel zu oft übersehen wird), wobei H-Burns von hochkarätigen Musikern wie A.A. Bondy und Troy Von Balthazar (Chokebore) im Studio unterstützt wurde.
Insgesamt vereint „Night Moves“ elf Songs, die alle ein gemeinsames Thema umkreisen: Das Gefühl, nachts in den Straßen von Los Angeles unterwegs zu sein, wo man dem Geist von Elliott Smith, Brian Wilson, Neil Young, Roy Orbison oder auch Bruce Springsteen begegnen kann.