Kommt alle nach Berlin. Ernsthaft. ‚Deine Nachbarn‘ feiern den Release ihres Debütalbums Brandstiftung am 13.02.2026 – ausgerechnet an einem Freitag, der schon im Kalender nach Ärger aussieht. Mit dabei: 1312 Mindestlohn mit Gute-Freunde-Punk, HerpesGötterSchorf mit schrammeligem Garage-Dreck und natürlich Der Benzinkanister. Klingt nicht nach romantischem Kerzenschein, eher nach ehrlicher Eskalation – und genau darum geht’s.
Passend zur Release-Feier erscheint an diesem Abend auch das Album selbst. Brandstiftung ist das Debüt von ‚Deine Nachbarn‘ und fühlt sich genauso an, wie der Titel verspricht: nicht als Anleitung zur Zerstörung, sondern als Gedankenspiel darüber, was man im eigenen Leben, im Alltag und in dieser Gesellschaft alles anzünden müsste, um danach vielleicht etwas Klareres übrig zu haben. Keine Angst, es geht nicht um platte Provokation, sondern um Direktheit – und davon hat diese Platte reichlich. In ihren Texten ziehen sie klare Grenzen, besonders dort, wo Diskussionen schnell unangenehm werden: Bier trinken ja, Faschos, Sexisten und Stammtisch-Geschwurbel nein. Brandstiftung ist dabei erstaunlich menschlich geblieben. Zwischen Wut, Traurigkeit und Hilflosigkeit blitzt immer wieder Humor auf, manchmal trocken, manchmal bitter, aber nie herablassend. Das Album fühlt sich weniger nach Therapie an, mehr nach dem ehrlichen Gespräch um drei Uhr morgens, wenn niemand mehr so tut, als hätte er alles im Griff.
Musikalisch bewegen sich ‚Deine Nachbarn‘ zwischen Punk, Indie und Alternative, mit rauer Stimme und schnellen Sprechgesangs-Passagen die sich ganz selbstverständlich einfügen. Produziert wurde Brandstiftung von Christian Schilgen, der unter anderem für den Sound von Egortronic und Torsun & The Stereotronics verantwortlich war – und genau diese Mischung aus Druck, Klarheit und kontrolliertem Chaos hört man der Platte auch an. Unterm Strich ist Brandstiftung ein Debüt, das lieber aneckt als sich anzubiedern. Eine Platte für alle, die schlechte Laune nicht weglächeln wollen und trotzdem noch tanzen können. Oder, um es pragmatisch zu sagen: Wer am 13.02.2026 in Berlin ist, sollte hingehen. Valentinstag kommt früh genug.
Grenzen, Wut und Strandbier: ‚Deine Nachbarn‘ legen mit Brandstiftung los
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