Es gibt diesen Moment am Abend, wenn der Himmel noch tiefblau ist, aber man weiß: Gleich wird es schwarz. Genau da setzt ‚Boy Witch‘ an. Warm, fuzzy, leicht vernebelt und trotzdem dunkel. Irgendwo zwischen verloren und wiedergefunden. Oder einfacher gesagt: Musik für alle, die es gerne schön, aber nicht geschniegelt mögen.
Der Berliner Künstler veröffentlicht sein selbstbetiteltes Debütalbum am 17. April 2026 – und das fühlt sich weniger nach klassischem Einstand an, sondern eher nach einem langen nächtlichen Spaziergang mit Kopfhörern. Psychedelic Rock ist das Fundament, darüber schweben elektronische Spielereien und kleine experimentelle Abzweigungen. Die Songs nehmen sich Zeit, drängen nicht und bauen ihre Wirkung langsam auf. „Bad Tape“, „Ghost“ oder „One Space“ grooven entspannt vor sich hin, während „Echolalia“, „Spheres“ oder „Asteroids“ immer tiefer in Wiederholungen und Verzerrungen eintauchen. Und ja, manchmal explodiert das Ganze plötzlich – aber nie ohne Ansage.
Besonders sympathisch: Dieses Album ist fast komplett DIY. ‚Boy Witch‘ hat alles selbst geschrieben, produziert, aufgenommen und gemischt. Gitarre, Bass, Gesang, Synths – alles aus einer Hand. Unterstützung gibt es nur am Schlagzeug von Gidon Carmel (Lucy Kruger & The Lost Boys), aufgenommen in den Famous Gold Watch Studios in Berlin. Sogar das Artwork stammt vom Künstler selbst. Kontrolle behalten, aber trotzdem locker bleiben – so klingt das hier. Wer Bands wie Wand, Psychedelic Porn Crumpets, Unknown Mortal Orchestra, QOTSA oder Boards of Canada mag, wird sich schnell zuhause fühlen. Trotzdem wirkt ‚Boy Witch‘ nicht wie ein Zitaten-Mix, sondern erstaunlich eigenständig. Das Album zieht einen langsam rein, bleibt hängen und fühlt sich genau richtig an für diesen Moment zwischen Tag und Nacht. Tiefblau, kurz vor Schwarz – und ziemlich gut dabei.
‚Boy Witch‘: Warm, fuzzy, dunkel – Berlins Psychedelic-Debüt im April
Grenzen, Wut und Strandbier: ‚Deine Nachbarn‘ legen mit Brandstiftung los
Kommt alle nach Berlin. Ernsthaft. ‚Deine Nachbarn‘ feiern den Release ihres Debütalbums Brandstiftung am 13.02.2026 – ausgerechnet an einem Freitag, der schon im Kalender nach Ärger aussieht. Mit dabei: 1312 Mindestlohn mit Gute-Freunde-Punk, HerpesGötterSchorf mit schrammeligem Garage-Dreck und natürlich Der Benzinkanister. Klingt nicht nach romantischem Kerzenschein, eher nach ehrlicher Eskalation – und genau darum geht’s.Passend zur Release-Feier erscheint an diesem Abend auch das Album selbst. Brandstiftung ist das Debüt von ‚Deine Nachbarn‘ und fühlt sich genauso an, wie der Titel verspr...
Folk trifft Stromgitarre: ‘Wüstenberg’ kündigen Debüt „The King’s Gambit“ an
Kein lauter Countdown, kein künstlicher Hype – sondern eine klare Ansage. „The King’s Gambit“, das Debütalbum von ‘Wüstenberg’, ist ab sofort vorbestellbar und erscheint am 20. Februar 2026. Acht Songs, ein umfangreiches 16-seitiges Booklet mit Lyrics und zahlreichen Studiofotos und das Gefühl, dass hier etwas mit Zeit, Haltung und spürbarer Ernsthaftigkeit entstanden ist. ‘Wüstenberg’ stehen für Folk-Rock, der nicht auf schnelle Effekte setzt, sondern auf Spannung. Wenn Franz Wüstenberg mit seiner sechsköpfigen Band die Bühne betritt, treffen explosive Energie und feingliedrige Melancholie au...