Wenn euch der Frühling mit seinen Blumen und Vogelgesängen schon wieder zu fröhlich ist, dann gibt es bald eine frostige Alternative aus Finnland: Spiritwood melden sich am 1. Mai mit ihrem neuen Album The Apparition of Horns zurück – und der Titel klingt nicht nur nach majestätischem Getier mit dämonischen Nebenjobs, sondern nach einer besonders dichten Mischung aus atmosphärischem Black Metal, okkulten Ritualen und avantgardistischer Finsternis.
Bereits der Opener Woodland Meditation säuselt einem keine Baumumarmung ins Ohr, sondern klingt vielmehr wie das meditative Atmen eines uralten Waldes, der sich entschlossen hat, nie wieder Frühling werden zu lassen. Spiritwood weben auf ihrem neuen Werk keine simplen Songs, sondern komplexe Beschwörungen: Jeder Track eine in Noten gegossene Zeremonie, jeder Zwischenraum ein Grabesrauschen. Mit Stücken wie dem Titeltrack The Apparition of Horns oder dem neunminütigen Endzeittraktat Diagrams of the Dying Multiverse lassen die Finnen keinen Zweifel daran, dass sie sich weiterhin tief in die experimentellen Schattenregionen des Genres begeben – irgendwo zwischen Katharsis und kosmischer Verzweiflung. Und während andere Bands sich in Studios verlaufen, klingen Spiritwood so, als würden sie direkt aus einem nebligen Moor übertragen, das nur bei Neumond erscheint.
Das Album erscheint physisch wie digital über Loudriver Records, und wem beim Titel Harbinger of Scourges nicht mindestens eine Plage in den Sinn kommt, hat definitiv zu lange in sonnenbeschienenen Genres verweilt. Fazit: The Apparition of Horns ist keine einfache Black-Metal-Scheibe – es ist ein finsterer Spiegel, in dem sich Natur, Nihilismus und nordische Nacht vereinen. Oder einfacher gesagt: Wer sich nicht fürchtet, darf gerne eintreten.
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