Das Projekt davaNtage feiert das 10jährige Bestehen und belohnt ihre Fans mit einem Paket, daß jede Menge Musik aus der Vergangenheit und Gegenwart beinhaltet. „Over the pass“ ist zunächst das fünfte Album der Chemnitzer mit zehn wummernden Elektrotracks. „DIX ANS“ ist der Name der CD2 (bei der limitierten Version) und diese besteht aus einer Reihe bekannter Klassiker der Band, die komplett neu eingesungen und von befreundeten Bands geremixed wurden. Na dann erstmal Glückwunsch und Prost. 10 Jahre sind schon was in der heutigen Musiklandschaft. Jetzt muß so ein Jubileumspaket auch noch gefallen.Ihrem Stil sind davaNtage treu geblieben und bereits der Opener macht klar : Lacrimosa ist was anderes. Die Rythmusfraktion (Bässe, Frequenzer und Hintergrundgeräusche) sind glasklar produziert, monoton und macht mächtig Druck. Durch die durchgehenden Stampf-/Stör-geräusche entsteht eine kalte und vermaschinisierte Stimmung wie bei einer Nachtschicht bei Thyssen. Die Melodien geraten dadurch fast in den Hintergrund und der Titel „playgrounds of nature“ stampft alles in Grund und Boden. Anspieltip eins, damit man gleich mal weiß, ob man sich hier wohlfühlen wird. Sehr kräftiger Auftakt. „vf 07“ ist zwar ähnlich wummernd untermalt aber weniger charmant – es fehlt ein wenig die Seele. Die (fast schon) Ballade „over the pass“ ist ein kleines schmuckes Stück geworden das mit jedem Hördurchgang gewinnt. Klingt die Melodie zunächst doch etwas zäh und gequält, so fühlt man mehr und mehr, daß das genau zum Inhalt passt und der Weg „over the pass“ einfach beschwerlich ist/war. Definitiv mein zweiter Anspieltip. Danach geht es wieder kräftiger weiter, „the end of raging ecstasy“ ist ein krachiger Track zum Tanzen mit verträumter Refrainmelodie. Nicht wirklich etwas besonderes aber hörbar. Genauso verhält es sich mit den folgenden „trash handling“ das einfach kalt/düster klingt. Gut für den Club, mehr aber nicht. Ach ja, „the club“ ist dann auch das nächste Lied und es geht wieder aufwärts. Zwar ist das Grundgerüst wieder ein Standartmodel des Elektro, aber die Ausführung ist sehr gelungen. Guter Song. Über die nächsten drei Tracks „mars is waiting“, „surface“ und „retaliate“ kann ich nur sagen, daß sie gut programmiert wurden aber mich in keinster Weise berühren. Das ist einfach Standard-Elektrofutter. Wir sind am Ende der CD angekommen und das abschließende „final flare & influx“ sind eigentlich zwei Lieder. Ich bin fast schon enttäuscht, daß diese Lieder so zusammengepackt wurden als ob sie nicht für sich stehen könnten, denn gerade diese beiden Tracks sind neben „over the pass“ meine Favoriten. Hier machen davaNtage einfach alles richtig : Wieder ist die Produktion und die Programmierung äußerst gut, aber nebenbei haben beide Tracks das, was einigen anderen Liedern auf diesem Release fehlt – sie haben eine Seele! Und das, obwohl „final flare“ sogar gänzlich ohne Vocals auskommt. Ach ja, die Vocals sind positiv „unbesonders“ - normaler, relativ unemotionaler (Sprech)Gesang mit ein paar Flüstereinlagen, nicht bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder in den Vordergrund gerückt sondern einfach Teil der Maschinerie davaNtage. Und textlich ist die Band weiterhin im oberen Drittel im Elektrosektor zu sehen. Die „DIX ANS“ Zusammenstellung ist eine gelungene Zeitreise durch die Jahre und Hits der Band und die meisten der enthaltenen Lieder können auch im neuen Gewand sehr gut gefallen. Im speziellen darauf eingehen will ich an dieser Stelle nicht – Elektrofans werden ihre Freude haben und auch ein paar bekannte Namen und den damit verbundenen Sound wiedererkennen. Und Fans der Band werden sich hoffentlich sehr über dieses kleine „Geschenk“ freuen. Meine Bewertung wird mit vier Punkten fast schon schlecht ausfallen, wenn man bedenkt, daß seit 2002 alle davaNtage-Release beim Medienkonverter oberhalb der 5er Marke angesiedelt wurden. Liebe Fans : bitte nicht sauer sein, aber ich hätte auch diesen anderen Veröffentlichungen Bewertungen im 3,5 bis 4er Bereich gegeben (also überdurchschnittlich aber eben nicht super). Man sollte sich also als Fan dieses Sounds nicht abschrecken lassen, ich will aber nicht mehr Punkte geben, denn die Tracks sind zwar gut aber auf fast der gesamten Spielzeit nach einem Standardmuster aufgebaut und deswegen zu uneigenständig und seelenlos.