'Dark Distant Spaces' liefern einfach mal gute Laune ab. Das muss man bei diesem Bandnamen auch erst einmal hinbekommen. Auf 'Goodtimes' gelingt den Augsburgern aber genau das: eingängiger Synthpop, treibender Electropop und Melodien, die sich schnell festsetzen. Wer bei 'Depeche Mode' der Achtziger und Neunziger hellhörig wird, sollte hier schon einmal Platz im Plattenregal schaffen oder zumindest ein Ohr riskieren.
Gegründet wurden 'Dark Distant Spaces' schon im Herbst 1984 von 'Ronald Noel', 'Veit Wiehler' und 'Harald Schoger'. Die damaligen Schüler trafen sich am Wochenende zum Musikmachen, ausgestattet mit zwei günstigen Synthesizern, einem geliehenen Drumcomputer und zwei Gitarren. Ihr erstes Tape verkauften sie für drei D-Mark an Freunde; laut Bandbiografie existieren davon gerade einmal 33 Originalexemplare. Überschaubare Auflage, aber immerhin war die Zielgruppe persönlich bekannt. 1987 kam noch 'Marc H. Buchner' als neuer Sänger und Frontmann hinzu.
Aber auch abseits des Proberaums nahm die Geschichte Fahrt auf: Das Release 'Fashion' erschien 1989 unter dem Namen 'No Name' bei ZYX, produziert von 'Luca Anzilotti' und 'Michael Münzing', die später mit 'Snap!' bekannt wurden. 'Veit Wiehler' und 'Harald Schoger' gründeten anschließend ihr eigenes Label, nämlich '!ntelligent Communications'. Dort erschienen unter anderem 'Secret Words & Little Treasures' und 'Then-Now-Forever'. Die Achtziger sind hier also auch ein Stück eigene Bandgeschichte. 'Goodtimes' erscheint am 16. Oktober 2026 über '!ntelligent Communications' auf CD und digital und versammelt zwölf Stücke.
Was mir besonders gefällt: Die Melodien finden schnell ihren Weg ins Ohr, und die Musik macht Lust aufs Weiterhören. Dazu kommt eine positive, stellenweise richtig fröhliche Energie, die dem Album ausgesprochen gut steht. Ein bisschen Zuversicht darf zwischen all den schwarzen Plattencovern schließlich auch mal ins Regal. Gerade wenn der Electropop nach vorne drängt, erfüllt 'Goodtimes' das Versprechen seines Titels für mich ziemlich mühelos. Dabei denke ich immer wieder an 'Depeche Mode' der Achtziger und Neunziger. Schon 'One Touch' weckt diese Erinnerung und ist mein erster Anspieltipp. Der Auftakt gehört für mich sogar zu den stärksten Stücken des Albums und macht sofort neugierig auf den Rest. Auch das fröhliche, treibende 'Goodtimes (Bring Them On!)' und 'Wasted' bewegen sich für mein Empfinden in dieser musikalischen Nachbarschaft. Ich mag, wie selbstverständlich hier Eingängigkeit und Vorwärtsdrang zusammenfinden. Das Vertraute hat seinen Reiz, wenn die Songs so viel Freude machen.
Besonders spannend wird es für mich mit 'The Taste Of Your Tears'. Die Tonalität erinnert mich dann sogar an die ruhigeren Stücke von 'Ultravox' und eröffnet einen anderen Zugang als die positiv drängenden Electropop-Momente. Genau diese Spannweite gefällt mir: hier Bewegung und gute Laune, dort eine ruhigere, gefühlvollere Anmutung. Neben 'One Touch' ist das mein klarer Favorit – und der zweite Titel, den ich zum Kennenlernen empfehlen würde. Klar, an die Klasse von 'Depeche Mode' oder 'Ultravox' reichen 'Dark Distant Spaces' für mich dann doch noch nicht ganz heran. Die übrigen Songs sind ebenfalls stark, auch wenn 'One Touch' und 'The Taste Of Your Tears' meinem Empfinden nach besonders herausragen.
Für Freunde von melodischem Synthpop mit Achtziger- und Neunziger-Bezügen ist 'Goodtimes' eine lohnende Entdeckung. Mich begeistert, wie leicht die Platte ins Ohr geht und wie viel Spaß ihre treibende Seite macht; die ruhigere Tonalität von 'The Taste Of Your Tears' setzt dazu einen reizvollen Akzent. Ein Album, das ich gerne weiterempfehle. Die schwarzen Plattencover dürfen im Regal bleiben – dieses hier liefert die gute Laune dazu.
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