Vor mehr als 20 Jahren prägten Front 242 und Nitzer Ebb den EBM-Begriff und formten mit ihrem Sound ein ganzes Genre nachhaltig. Epigonen kamen und verschwanden wieder und junge Acts, vor allem aus Schweden und Deutschland, setzen vieles daran, den Spirit vergangener Tage zu erhalten oder wieder aufleben zu lassen – zumeist mit mittlerem Erfolg.
Es ist kein Geheimnis, dass die eisenharte Body-Fraktion neue Helden braucht, die mit Sequenzer-basiertem High-Speed-Geprügel den Staub aus den Clubs und gut gehüteten Plattensammlungen fegen. Dabei zeichnet sich schon seit geraumer Zeit ab, dass dieser Aufgabe momentan nur ein einziges Unternehmen wirklich gewachsen ist. Sein Name: Container 90. Ron und Jon sind der Inbegriff purer EBM. Diese drei Buchstaben bedeuten für die beiden Schweden nicht einfach nur Musik, sondern ein Lebensgefühl. Ihre Eigenproduktion „Scandinavian Masters“ explodierte vor zwei Jahren im Herzen der Brikettfrisuren, Stomper und Poger, ihre Gigs entwickelten sich stets zu schweißtriefenden Schlachten mit massivem Körpereinsatz.
Kurz: Die Oldschool-Freaks erlebten eine Sensation. Das Rezept ist so einzigartig wie wirkungsvoll, denn Container 90 scheißen auf Hörgewohnheiten, Anpassung und vor allem Kommerz und geben ihrem tief in den Achtzigern verwurzelten, muskelbepackten Sound ein so wütendes und rotziges Gesicht, wie man es sonst nur von räudigen Punk- und Hardcore-Kapellen kennt. Der brutale Klang geschundener, analoger Maschinen, markanter Shout-Gesang und angepisste Texte mit einem kleinen Augenzwinkern in unheiliger Allianz mit organischem Drum-Dauerfeuer… wen es dabei nicht ruckartig vom Hocker reißt, ist taub oder gelähmt. Schnürt die Stiefel und marschiert mit ihnen zum „World Champion Shit“!
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